Korallen im Gitter- Hilfe für gestresste Riffe?

Hilfe für gestresste Korallenriffe? Japanische Forscher haben ein verblüffend einfaches System entwickelt, mit dem sich die empfindlichen Ökosysteme möglicherweise restaurieren lassen.

 

Tropische Korallen haben es nicht leicht: Der Klimawandel sorgt mit stetig steigenden Wassertemperaturen dafür, dass die eigentlich farbenfrohen Tiere immer schneller ausbleichen. Damit verlieren sie nicht nur ihre Couleur, sondern auch ihre kleinen Helfer, die Zooxanthellen, die die Korallen mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Deren Ausbleiben hat für die Nesseltiere oftmals fatale Folgen.

Foto: ap/Joachim Kant

Kreativität gefragt

 

Zur Rettung der wertvollen Ökosysteme ist auch der Erfindungsreichtum der Forscher gefragt. Von der Entwicklung künstlicher, vor Räubern geschützter Substrate zur Korallenbesiedlung über deren elektrische Versorgung mit zusätzlichen Mineralien- bis hin zu einer verblüffend einfachen Idee der Fisheries Research Agency. Deren neu entwickelter Besiedlungsgrund mit Gitterstruktur ermöglichte es den Wissenschaftlern, die Dichte der „ausgesäten“ Korallenlarven pro Gittersegment genau zu kontrollieren. Der Erfolg war durchschlagend: 15 Monate nach dem Aussäen der Larven lebten immerhin noch gut 18 Prozent der Tiere- ohne die Gitterstruktur war es gerade einmal ein Prozent. Lokale, vom Menschen erzeugte Schäden an Riffen könnten so wieder „restauriert“ werden, hoffen die Forscher.

 

Energiewende endlich ernst nehmen!

 

Doch Korallen sind nicht nur lokal, sondern vor allem global bedroht. Bereits im Jahr 2056- noch schneller als bisher gedacht- könnten fast alle tropischen Korallenriffe der Welt verblichen sein, warnen jetzt Forscher der Universität Miami. Eine tatsächliche Reduktion der Treibhausgase könnte dieses Szenario jedoch zumindest verzögern. „Etwa 394 der 1707 untersuchten Riffe könnten so noch einmal zwei Jahrzehnte Zeit gewinnen, sich an die erschwerten Bedingungen anzupassen“, erläutert Dr. Jeffrey Maynard vom französisch-polynesischen CRIOBE-Institut. „Das ist ein historischer Beleg dafür, dass weniger Treibhausgase den Korallen wirklich nützen können.“

 

Für uns verdeutlicht das wieder einmal, dass wir- nicht nur was Korallen betrifft- unsere Energie nicht nur in die Folgen- sondern vor allem in die Ursachenbekämpfung hausgemachter Probleme stecken müssen. Die Energiewende muss endlich ernst genommen werden! NISO

 

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