Längeres Menschenleben bedroht andere Arten

Weltkarte der menschlichen Lebenserwartung Grafik: CC/Attribution-Share_alike 3.0

Alarmierend: Je länger Menschen leben, desto mehre Arten sterben aus! Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern an der University of California und des Nebraska Cooperative Fish and Wildlife Research Unit. Sie berechnen, dass – seit Menschen die Erde bevölkern – die Aussterberaten anderer Tiere und Pflanzen sich 100- bis 1.000-fach beschleunigt.

Aaron Lotz vom Department of Wildlife, Fish and Conservation der University of California in Davis untersuchte den Einfluss des Wirtschafts- und des Bevölkerungswachstums, die Art der Landwirtschaft und den Pestizideinsatz, den Tourismus, die Bodenversiegelung, den weltweiten Handel oder den Erfolg von Naturschutzmaßnahmen. Alle Faktoren baute er in sein mathematisches Modell ein, um den ökologischen Fußabdruck der Menschheit zu berechnen und sie ins Verhältnis zu jenen Zahlen zu setzen, die das Verschwinden von zuvor auf dem Planeten lebenden Tier- und Pflanzenarten beziffern.

 

Zusammenhang zwischen Menschenalter und Naturzerstörung

 

„Je länger wir Menschen leben“, schreiben die Wissenschaftler in ihrer Studie, „desto länger und damit mehr belasten wir die Erde mit unserem Fußabdruck.“ Unsere Lebenserwartung korreliert daher direkt mit dem Verbrauch an Energie und Rohstoffen, der Belastung der Böden und der Verschmutzung der Luft oder des Wassers. Dies hat aber auch Auswirkungen auf alle anderen Arten, mit denen wir die Erde teilen.

Mit dem Computermodell untersuchten Lotz und seine Kollegen den Einfluss des Menschen auf die Populationen von Vogel- sowie Säugetierarten. Ihr ernüchterndes Ergebnis: Der Einfluss der Menschen auf das Verschwinden dieser Tiere oder ihr Vertreiben aus angestammten Gebieten ist um Größenordnungen mächtiger als anderen betrachteten Möglichkeiten. „Wir müssen uns endlich eingestehen“, sagt Lotz, „dass wir Menschen unsere Umgebung direkt verändern.“


pit

 

 

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