20.03.2018

Letzter Nördlicher Breitmaulnashornbulle gestorben

Sultan, Nördlicher Breitmaulnashornbulle Screenshot: Video

Wie Welt-Online heute berichtet, ist der letzte noch lebende Nördliche Breitmaulnashornbulle eingeschläfert worden. Sudan wurde 45 Jahre alt und lebte im Wildtierreservat Ol Pejeta in Kenia. Dorthin wurden die drei letzten Tiere 2009 vom Zoo Dvůr Králové übersendet. Nach seinem Tod gibt es weltweit nur noch zwei lebende Exemplare dieser Gattung, seine Tochter und seine Enkelin.

 

„Er war ein großartiger Botschafter für seine Art“, wird Richard Vigne, Leiter des Wildtierreservats nördlich von Nairobi zitiert. „Eines Tages wird sein Tod hoffentlich als wegweisender Moment für Naturschützer weltweit gesehen werden.“

 

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung des <http://www.izw-berlin.de>Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), dem San Diego Zoo Global (USA), dem Tiergarten Schönbrunn (Österreich) und dem ZOO Dvůr Králové (Tschechische Republik) wollen mithilfe eines speziellen Rettungsplans eine lebensfähige selbsterhaltende Population schaffen. Die verbliebenen beiden Tiere sind auf natürlichem Weg nicht mehr fortpflanzungsfähig. Daher haben Reproduktionsexperten eine neue Methode zur Gewinnung von Eizellen entwickelt. Das komplexe Verfahren wurde bisher an Südlichen Breitmaulnashorn-Weibchen trainiert. "Unser Verfahren hat keine negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit der Tiere. Dieses Verfahren kann auch zur Behandlung von Unfruchtbarkeitsursachen, wie z. B. bei Zysten im Uterus oder in den Eierstöcken, verwendet werden", sagt Professor Thomas Hildebrandt, Leiter der Abteilung Reproduktionsmanagement am Leibniz-IZW.

 

Laut der Weltnaturschutzunion IUCN gab es 1960 noch mehr als 2000 Nördliche Breitmaulnashörner in freier Wildbahn. Von den verwandten Südlichen Breitmaulnashörnern leben im südlichen Afrika derzeit mehr als 20.000 Tiere.


hjo

Ausführliche Infos zum Forschungsprojekt findet man unter www.izw-berlin.de

 

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