Luchse: die "wahren Europäer"

Jungluchs Foto:Pixabay CC/PublicDomain/HE 1958

Der Luchs kehrt in unsere Wälder zurück. Nach den offiziellen Zahlen des Bundesamtes für Naturschutz leben derzeit 77 erwachsene und 37 Jungtiere in Deutschland. Darauf verweist der WWF Deutschland anlässlich des "Tag des Luchses" (11. Juni).

Ob die Katzen sich wieder überall dort ansiedeln, wo sie passende Lebensräume finden, hänge laut WWF "entscheidend von der Akzeptanz der Menschen ab".

„Luchse gehören ebenso in unsere Wälder wie der Rothirsch, das Eichhörnchen und der Schwarzstorch. Nachdem wir sie fast ausgerottet haben, ist es an der Zeit, sie besser kennenzulernen und ihnen eine Rückkehr in ihre ursprünglichen Lebensräume zu ermöglichen. Mit Vorträgen, Filmen und zeigen wir am 11. Juni gemeinsam mit vielen Partnern, was unsere größte heimische Katze so faszinierend macht, “ sagt Moritz Klose, Wildtierexperte beim WWF Deutschland.

 

Luchs-Bestandsaufnahme macht nur über Ländergrenzen hinweg Sinn

 

Der Tag falle, betonen die Artenschützer des WWF in einer Pressemeldung, in etwa mit der Geburt der Jungluchse zusammen. "Wenn alles wieder grünt, wird auch neu gezählt", heißt es darin: Erst jetzt zeige sich, wie viele der halbwüchsigen Tiere aus dem vorigen Jahr überlebt und eigene Reviere gegründet hätten.

Warum diese Bestandsaufnahme nur zusammen mit den tschechischen und österreichischen Nachbarn sinnvoll sei, erläutert Moritz Klose: „Luchse sind wahre Europäer. Sie benötigen große Reviere und halten sich nicht an nationale Grenzen. Wenn wir sie und ihre Lebensräume schützen wollen, brauchen wir einheitliche, länderübergreifende Vorgaben für das Monitoring und ihren Schutz.“

Wo in Europa überall Luchse unterwegs sind und wie die Wissenschaftler ihnen auf der Spur kommen, erfahren Kinder und Erwachsene am 11. Juni bei verschiedenen Veranstaltungen in Deutschland, Tschechien, Österreich, Italien und Slowenien. Diese setzen das tschechische Umweltministerium zusammen mit dem WWF Deutschland und weiteren Partnern im Rahmen des grenzübergreifenden Interreg-Projekts 3Lynx um.

Für Moritz Klose sind diese Aktionen ein Anlass zur Hoffnung: „Der Luchs weckt bei vielen Menschen große Sympathien – das möchten wir nutzen, um ihn besser zu schützen. Denn wir bekommen gerade eine zweite Chance, sie bei uns willkommen zu heißen: von deutschen Mittelgebirgen wie dem Bayerischen Wald bis zu den Vorkommen in den Karpaten und Skandinavien.“


red

 

 

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