Lust auf Avocados verzehrt Chiles Grundwasser

Gesundes Früchtchen: Avocados sind reich an ungesättigten Fettsäuren und Vitaminen. Foto: Hariadhi/ wikimedia commons

Nordamerika ist verrückt nach Avocados. Die Folge: In Chile wird das Grundwasser knapp. Wie hängt das zusammen? Wenn die Produktion von Avocados in Kalifornien im Winter zurückgeht, exportieren die USA und Kanada die Früchte aus Mexiko und Chile. Dort verbraucht der Anbau große Mengen an Wasser.

 

In den letzten Jahren hat der Konsum von Avocados in Nordamerika stark zugenommen. In jedem großen und kleinen Supermarkt gibt es die gesunden Früchte zu jeder Jahreszeit zu kaufen. Die kleine, weiche Frucht ist reich an ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und Mineralien und steht nicht nur bei Vegetariern und Veganern auf dem Speiseplan: Avocado ist "in"!

 

Was für die Gesundheit ein Zugewinn ist, wirkt sich in diesem Fall negativ auf die Ökosysteme in den Anbauregionen aus. Die beliebte, exotische Frucht muss im großen Stil in Mexiko und Chile angebaut und über weite Strecken transportiert werden, um den Avocado-Hunger in den USA und in Kanada zu stillen.

 

Anbaugebiete leiden unter Wassermangel

 

Experten schätzen, dass zehn Prozent der in den USA konsumierten Avocados aus Chile importiert werden, wo die Frucht Dank der hohen Gewinne als "Grünes Gold" bezeichnet wird. Aus diesem Grund stieg die Produktion von Avocados in Chile in den letzten Jahr stark an. Wuchsen noch 1993 auf etwa 3.600 Hektar Ackerland Avocadobäume, werden sie heute auf rund 28.500 Hektar angebaut.

 

Die Bäume wachsen nicht wie noch in den neunziger Jahren nur in den Tälern, sondern werden nun auch an trockenen Berghängen gepflanzt und müssen somit auch bewässert werden. Die Bewässerung der Plantagen führt zum Austrocknen von Flüssen und zur Absenkung des Grundwasserspiegels, da ein Hektar mit Avocadobäumen 10 Mio. Liter Wasser pro Jahr verbraucht Minimale Niederschlagsmengen kennzeichnen aber das semiaride Hauptanbaugebiet Chiles, das Valle Central. Wasserknappheit ist somit vorprogrammiert.

 

Kleinbauern mit flachen Brunnen sind die Leidtragenden, denn sie sitzen sprichwörtlich auf dem Trockenen. Die Gewinne aus dem Verkauf von Avocados streichen Großproduzenten ein: 90 bis 95 Prozent der nach Nordamerika exportierten Avocados wachsen auf ihren Feldern. JET

 

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