Müll-Fischer auf den Weltmeeren

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Plastikmüll aus dem Meer fischen: Ein Kooperationsnetzwerk von zehn mittelständischen Unternehmen aus Deutschland hat erstmals eine industrielle, maritime Systemlösung für das globale Problem der Vermüllung der Meere entwickelt.

Die Idee zum Projekt „Marine Littering“ beruht im Wesentlichen auf dem Konzept von Günther Bonin. Der Gründer des Umweltvereins One Earth - One Ocean aus Garching bei München plant für seine „Maritime Müllabfuhr“ zunächst sein Müllsammelschiff Seekuh in See stechen zu lassen. Die Fertigstellung des über 10 Meter langen Katamarans steht kurz bevor und wurde zu großen Teilen von der Röchlingstiftung finanziert. Stapellauf ist voraussichtlich im Sommer.

 

Mehr Plastikmüll als Fische im Meer

 

Nach einer aktuellen Studie der MacArthur Foundation sollen bis zum Jahre 2050 mehr Plastikteile als Fische in den weltweiten Meeren schwimmen. Bereits heute befinden sich mehr als 140 Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen und jedes Jahr gelangen mindestens weitere 8 Millionen Tonnen hinzu.

Plastikmüll hat eine Lebensdauer von bis zu 450 Jahren und gelangt als Mikroplastik (kleinste Teilchen) durch die Nahrungsaufnahme der Fische in unsere Nahrungskette. Damit schadet Plastik in den Ozeanen nicht nur dem fragilen Ökosystem, sondern insbesondere auch uns Menschen.

Die am vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Kooperations-Netzwerk beteiligten Unternehmen wollen mit gebrauchten und umzubauenden Schiffen und einer speziell entwickelten Netz- und Fangtechnik den Plastikmüll an besonders verschmutzten Küstenregionen weltweit auffischen, an Bord von Mutterschiffen prozessieren und anschließend stofflich verwerten.

 

"Seekuh"-Rohbau Foto: One Earth - One Ocean

Ziel des Projekts ist „die Entwicklung, Projektierung, Herstellung und der weltweite Vertrieb eines Gesamtsystems für die Beseitigung und stoffliche Nutzung von sichtbarem Plastik an den Küsten unserer Meere und Ozeane“. Erstmals werden damit Kompetenzen aus der Maritimen- und der Umweltschutz-Industrie synergetisch zusammenarbeiten.

Durch das Projekt sollen in den Zielländern nicht nur Arbeitsplätze vor Ort geschaffen werden. Auch Strom und Trinkwasser als Endprodukte der Prozesskette kommen den Menschen der Zielländer zugute.

 

Vision: Gewinnung von Öl aus Plastikmüll aus dem Ozean

 

Die von Günther Bonin gegründete Umweltorganisation One Earth - One Ocean hat sich seit ihrer Gründung vor über fünf Jahren die Reinigung der globalen Gewässer vom Plastikmüll auf ihre Fahnen geschrieben und wurde dafür bereits 2013 ausgezeichnet. Günther Bonin hat dafür bereits 2011 das Konzept der „Maritimen Müllabfuhr“ entwickelt, das auf einer Reihe von Spezialschiffen unterschiedlicher Größe zur Sammlung des Plastikmülls aus dem Wasser basiert. Seine Vision gliedert sich in mehrere Stufen: In einem ersten Schritt wird der Plastikmüll mit speziell von ihm entwickelten Schiffen auf den Meeren eingesammelt, sortiert und zerkleinert. Trennung und Recycling des Mülls erfolgt an Land. In einer späteren Phase soll das gesammelte Plastik direkt an Bord von Tankern in Öl rückverwandelt werden. Aus einer Tonne Plastik lassen sich so ca. 900 Liter Öl rückgewinnen. Auch die Netztechnik zum maximal effizienten „Auffischen“ von Plastik unter Berücksichtigung minimalen Fischbeifangs basiert auf Ideen von Günther Bonin.


red

 

 

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