Nachhaltiges Handeln geehrt: Deutscher Umweltpreis 2016

Gemeinsame Freude über den Deutschen Umweltpreis (v.l.): DBU-Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann, Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf, Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, Bundespräsident Joachim Gauck, die Umweltpreisträger van Abel, Mettke und Feeß und DBU-Kuratoriumsvorsitzende Rita Schwarzelühr-Sutter. Quelle: DBU

Die DBU würdigt den Schutz und die nachhaltige Nutzung natürlicher Rohstoffe. Vor rund 1200 Gästen überreichte Bundespräsident Joachim Gauck am 30. Oktober in Würzburg dem Fairphone-Gründer Bas van Abel sowie Recycling-Experten Prof. Dr.-Ing. Angelika Mettke und Walter Feeß den höchstdotierten unabhängigen Umweltpreis Europas.

„Die wachsende Weltbevölkerung, der steigende Lebensstandard und der sorglose Umgang mit Ressourcen haben dazu geführt, dass Rohstoffe immer knapper werden. Die momentane Wegwerf-Mentalität ist keine Alternative für die Zukunft. Die diesjährigen Preisträger zeigen mit innovativem Pioniergeist Auswege und Perspektiven auf“, betonte die Vorsitzende des Kuratoriums der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter.

Weiterhin ehrte Joachim Gauck die DBU für ihr 25. jähriges Bestehen. Sie zeigt, dass Ökonomie und Ökologie keine Gegensätze sein müssten.

 

Smartphone: so fair und langlebig

 

Das telefonieren, schreiben und fotografieren mit einem Smartphone nicht nur hipp sondern vor allem auch fair sein kann beweist Bas van Abel . Der Fairphone Gründer aus den Niederlanden und seine Mitarbeiter haben die gesamte Wertschöpfungskette im Blick: Material, Design, Fertigung, Vertrieb und Lebenszyklus des Smartphones werden für das Fairphone auf den Prüfstand gestellt.

Hochachtung zollte Gauck dem Preisträger dafür, wie er diese komplexe Aufgabe gemeistert habe, von der Gewinnung der Rohstoffe über die Fertigung der Geräte bis hin zur Reparatur und zum Recycling.

Der gelernte Designer und Ingenieur sowie Chef des Unternehmens Fairphone B.A. war verärgert, als er ein elektronisches Gerät seines Sohnes nicht reparieren konnte. Warum der Hersteller dies nicht vorsah, leuchtete ihm nicht ein. Schließlich stellte er die gesamte Produktionskette in Frage. Dies war quasi die Geburtsstunde seiner heutigen Firma, welche in diesem Jahr bereits das Fairphone2 auf den Markt bringt.

„Immer dann, wenn etwas nicht funktioniert, sollten wir uns die Frage stellen, warum das so ist. Erst wenn wir beginnen, das System dahinter zu verstehen, können wir es herausfordern, mitbestimmen und verändern“, so van Abels Fazit.

 

Beton: Wiederverwertung statt Deponierung

 

In großen Gruben erfolgt der Abbau von Schotter und Kies für die konventionelle Betonherstellung. Der immense Flächenverbrauch hinterlässt zudem karge Landschaften, dessen Renaturierungen sehr aufwendig sind. Auch der Verlust an wertvollen forst- und landwirtschaftlich genutzten Flächen ist bedenklich. Zwischen Abbaugebiet und Baustelle liegen zudem meist lange Transportwege. Denn die Kiesgruben befinden sich nur selten in den Siedlungsgebieten, wo der Beton benötigt wird.

Die Recycling Experten Prof. Dr.-Ing. Angelika Mettke von der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg und Walter Feeß sind darauf spezialisiert, den Altbeton aus Abbruchbauten zu recyceln und beispielsweise für Neubauten zu verwenden. Daraus resultieren die Eindämmung des Flächenverbrauchs und die Entlastung der Deponien.

„Der Bausektor gehört zu den Wirtschaftsfeldern, für die besonders große Mengen hochwertiger Rohstoffe benötigt werden.“ betonte Gauck „Deren Recycling ist deshalb umso wichtiger. Durch die Preisträger Mettke und Feeß hat sich herumgesprochen, wie erfolgreich sich Baustoffe für den Straßen- und Gebäudebau wiederverwenden lassen. Die Bereitschaft dazu haben beide entscheidend befördert – als Wissenschaftlerin und als Unternehmer .“

 

Problemen die Stirn bieten

 

Der Bundespräsident wünsche sich sehr, dass das Beispiel aller drei Preisträger Schule mache und dass ihre Leistungen „Impulse geben, um Nachhaltigkeit Alltag werden zu lassen.“

„Die Bereitschaft, Problemen die Stirn zu bieten, ist entscheidende Triebfeder für den Erfolg beim Umweltschutz – für Ihre Erfolge, liebe Preisträger, und für die erfolgreiche Arbeit der Umweltstiftung. Ihre Leistungen bestätigen mir: Wir können optimistisch in die Zukunft schauen. Wir können guten Mutes sein, ein Verhalten zu erlernen, das die Reichtümer unseres Planeten zu schätzen und die Grenzen seiner Belastbarkeit zu respektieren weiß.“ CDC

 

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