Neue Mode für Pinguine: Strickpullover

Foto: penguins.org.au

Deutsche Tierfreunde stricken Pullover für australische Zwergpinguine. Tierschützer von Philip Island baten um Hilfe. Die Mini-Pullis retten die Tiere nach einer Ölpest.

 

Die Unterstützung ist überwältigend. Mittlerweile strickten Tierliebhaber weltweit 40 000 Pullover für die 35cm großen Vögel. Auch deutsche Stricklieseln beteiligen sich begeistert an der seit April ausgerufenen Aktion.

 

Die Pullis helfen den Pinguinen eine Ölkatastrophe zu überleben. Nach einem Öl-Unfall schaffen es viele der Tiere zwar noch zurück an Land. Dort sind sie dann aber zu schwach und durchgefroren, um die anstrengende Reinigungsprozedur zu überstehen. Die Strickpullis halten die Pinguine nach Ankunft am Ufer warm und hindern sie daran das giftige Öl aus den Federn zu zupfen.

 

Früher hat man die Vögel in alte Kleidung gewickelt, damit sie nicht abkühlen. Doch die Zwergerl haben sich die alten Klamotten einfach wieder vom Leib gestreift, um selbst mit dem Putzen des Gefieders zu beginnen – meist mit tödlichem Ende. Die Strickpullis können die Pinguine nicht ausziehen.

 

Bei der letzten Havarie vor Philip Island 2001 benutzten die Tierschützer erstmals Mini-Strickpullover und konnten so 97 Prozent der Pinguine retten. Daraufhin baten sie in einer Kampagne um weitere Pullis für ihre Schützlinge.

 

Australische Tierschützer sind begeistert von der deutschen Unterstützung

 

Auch Angelika Regenstein aus Hamburg hörte davon, war begeistert von der Idee und bat in Zeitungsannoncen um Mithilfe. So fielen viele Tierfreunde regelrecht in ein Strickfieber und reihten fleißig Maschen für die Frackträger auf Philip Island. Im Reisebüro von Frau Regenstein stapelten sich die Kartons bergeweise. An die 40 000 Mini-Pullis wurden vor kurzem nach Melbourne verschifft.

 

Die Naturschützer des Philip Island Rehabilitation Centre in Melbourne danken den Freiwilligen Strickern und der Initiatorin Angelika Regenstein sehr. Angela Szeitzli von der Pinguin Foundation ist begeistert: „ Die Antwort aus Deutschland war überwältigend. Jetzt sind wir mehr als genügend ausgerüstet für eine nächste Ölkatastrophe.“

 

Die australischen Tierschützer bitten darum, keine weiteren Pullis mehr zu schicken. Es sind ausreichend Pullis bei Ihnen eingegangen und sie wissen gar nicht mehr wohin mit der bunten Kollektion. Die überzähligen Pullis gehen bereits an Souvenirläden auf Philip Islands. Dort werden sie Plüschpinguinen angezogen. Der Erlös fließt zu 100 Prozent in Artenschutz-Projekte.

Man kann den Pinguinen aber auch anderweitig helfen. So können Sie zum Beispiel einen der kleinen Racker adoptieren.

 

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