Pack' beruhigt die Badehose ein!

Foto.Pixabay CC/PublicDomain/parafly

Alles sauber: Das Umweltbundesamt (UBA) lockt zum Baden. Die allermeisten deutschen Badegewässer, so ein neuer Bericht des Amts, hätten rechtzeitig zum Sommerbeginn "ausgezeichnete oder gute Wasserqualität".

98 Prozent der Badegewässer in Deutschland erfüllten die Qualitätsanforderungen der EG-Badegewässerrichtlinie, heißt es in der aktuellen Pressemeldung im Webauftritt der Dessauer Behörde: "Etwa 91 Prozent wurden sogar mit der besten Note „ausgezeichnet“ bewertet."

 

Vom Baden in Flüssen rät das UBA ab!

 

Kleiner Wermutstropfen: Die Daten zeichnen das Bild der Badesaison des Vorsommers 2017. Die EU-Kommission veröffentlichte sie jetzt zur neuen Badesaison. Immerhin schreibt das UBA: "Die Ergebnisse geben einen guten Anhaltspunkt, wo Urlauber in diesem Sommer die besten Badegewässer finden können."

Das Ergebnis bestätige, so das UBA, einen erfreulichen Trend der vergangenen Jahre. Nur acht deutsche Badegewässer wurden demnach 2017 von der Kommission mit mangelhaft bewertet. Außerdem seien 20 Badegewässer während der gesamten Badesaison geschlossen worden. Allerdings: "Ursachen für die Schließungen waren Sanierungsarbeiten, das Fehlen eines Betreibers oder zu wenig Badende." Nur in drei Fällen blieben die Badegewässer wegen schlechter Wasserqualität oder Cyanobakterien (Blaualgen) geschlossen.

Das UBA mahnt dennoch zur Vorsicht: Badegewässer seien, sagen die Wissenschaftler, nicht nur zum Baden da, sondern würden wie alle Gewässer vielfältig genutzt und damit potentiell verschmutzt – "zum Beispiel durch Abwassereinleitungen oder Abschwemmungen von landwirtschaftlichen Flächen". Daher werde die hygienische Wasserqualität regelmäßig von den zuständigen Behörden der Bundesländer überprüft. Die untersuchten 2017 während der Badesaison 2.287 deutsche Badegewässer. "Insgesamt wurden 13.382 Wasserproben genommen und ausgewertet. Von den Badegewässern lagen 366 an der Küste von Nord- und Ostsee, 1.889 an Binnenseen und nur 32 an Flüssen", schreibt das UBA über die Kontrollen.

Die Einrichtung von Badegewässern an Flüssen sei schwierig, da die Wasserqualität der meisten Flüsse stark schwankt und vor allem nach Regenfällen oft schlecht ist.

In dem Zusammenhang sei auch noch mal auf Recherchen des NDR hingewiesen, die erst kürzlich aufgedeckt haben, wie stark Bäche, Flüsse und Badeseen bereits mit Antibiotika-resistenten Keimen belastet sind. Problematisch hierbei ist besonders, dass Medikamentenrückstände bisher nur unzureichend von den Klärwerken herausgefiltert werden können!


pit

 

 

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