Pflanzen entgiften Erde und produzieren Rohstoff

Foto: ap/St. Zimmer

Vom Gift im Boden zum Rohstoff: Zwei Fliegen mit einer Klappe wollen Forscher einiger britischer Universitäten zugleich schlagen, wenn sie Müllkippen und Industriebrachen bepflanzen. Sie ziehen damit etwa Schwermetalle aus dem Boden, die danach Grundlage für die Synthese neuer Werkstoffe und Produkte werden.

Louise Horsfall von der School of Biological Sciences an der University of Edinburgh: “Wir erkennen mit der zunehmenden Erdbevölkerung immer deutlicher, dass Land auf der Erde nicht unbegrenzt verfügbar ist.“ Es gelte daher in Zukunft Flächen, die heute Deponien sind oder auf denen früher Fabriken standen und giftige Stoffe ablagerten, zu wertvoll sind. Sie sollen wieder als Felder zum Nahrungsanbau oder für den Bau von Häusern zur Verfügung stehen.

Zuvor allerdings müssen die gesundheitsschädlichen Hinterlassenschaften gefahrlos beseitigt werden.

 

Gartenpflanzen als günstige Boden-Entseucher

 

Dafür nutzen die Wissenschaftler der University of Edinburgh sowie der Universitäten in Warwick, Birmingham und Newcastle Pflanzen, die Hobbygärtner vor und hinter ihren Häusern zur Verschönerung anpflanzen: etwa Steinkraut (Alyssum), Saumfarngewächse (Pteridaceae) oder Weißen Senf (Sinapis alba). Sie entziehen der Erde die schädlichen Stoffe und lagern sie in ihrem Gewebe ein.

Nach der Ernte bringen die Wissenschaftler die Pflanzen in eine Anlage zur so genannten „Phytosanierung“. In dieser Bioraffinerie entziehen spezielle Bakterien dem pflanzlichen Material die metallischen Ionen und bauen sie zu Nanopartikeln um.

„Diese können wir in der Automobilindustrie oder sogar zur Herstellung von Medikamenten zur Krebsbekämpfung brauchen“, betonen die Wissenschaftler. Sie hoffen, dass sie den Prozess der Bodenentseuchung über diese sinnvollen Einsatz sogar bezahlbar gestalten.

 

 

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