18.10.2018

Pilze noch immer mit Tschernobyl-Cäsium belastet

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Vorsicht Feinschmecker! „Bei einigen Wildpilzarten kann auch mehr als drei Jahrzehnte nach dem Tschernobyl-Unfall noch keine Entwarnung gegeben werden", sagt jetzt Inge Paulini.

Die Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) betont, dass wegen seiner Halbwertszeit von rund 30 Jahren das aus dem Tschernobyl-Reaktorunfall stammende Cäsium-137 bisher erst rund zur Hälfte zerfallen sei.

 

Radioaktivität in Lebensmitteln nach Reaktor-GAU ging zurück

 

BfS-Messungen belegen, dass in Bayern gesammelte Pilze noch immer nur mit Vorsicht genosssen werden sollten. Bei einer Reihe wild wachsender Speisepilze werden immer noch deutlich erhöhte Werte des radioaktiven Cäsium (Cäsium-137) gemessen, welches nach dem Unfall in Tschernobyl ausgetreten ist. "Beispielsweise können Braunscheibige und Orangefalbe Schnecklinge oder Rotbraune Semmelstoppelpilze bis zu einige 1.000 Becquerel (Bq) Cäsium-137 pro Kilogramm Frischmasse aufweisen", scheibt das Amt in einer jetzt veröffentlichten Pressemeldung.

 

 

Blumen und Bakterien gegen Atomstrahlung

Japanische Forscher wollen den Boden um das havarierte Kernkraftwerk Daiichi mit Sonnenblumen reinigen. US-Wissenschaftler der Michigan State University mit einem neuen Mikro-Organismus namens Geobacter.

weiter...

 

Mit einer Mahlzeit höher belasteter Wildpilze könne dem Körper mehr Cäsium-137 zugeführt werden als mit Lebensmitteln aus landwirtschaftlicher Produktion innerhalb eines ganzen Jahres, so das Bundesamt: Gesundheitliche Folgen seien dennoch nicht zu befürchten.

Bei gekaufter Ware beruhigen die wissenschaftler ohnehin: Für Pilze, die in den Handel gebracht würden, gelte, "dass ein Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm nicht überschritten werden darf".

Pilzsammlern warnen sie dennoch, die höchsten Cäsium-137-Werte in Wildpilzen seien in höher kontaminierten kleineren Gebieten im Bayerischen Wald, im Donaumoos südwestlich von Ingolstadt und in der Region Mittenwald zu finden.

"Grund dafür, dass Wildpilze in den betroffenen Regionen deutlich stärker belastet sein können als landwirtschaftliche Erzeugnisse, ist die unterschiedliche Beschaffenheit von Waldböden und landwirtschaftlich genutzten Böden", erklärt das BfS. Sie berugigen: "Insgesamt ist die radioaktive Belastung von Lebensmitteln als Folge des Tschernobyl-Unglücks deutlich zurückgegangen."


red

 

 

Lesen Sie auch:


 

Radioaktive Wolke über Europa

Rätselhafte radioaktive Wolke über Europa: In Luftproben fanden Wissenschaftler auf dem ganzen Kontinent stahlende Partikel des Elements Ruthenium-106.

weiter...

 

Tschernobyl soll wieder strahlen

Tschernobyl strahlt erneut: Nur sollen in Zukunft nicht berstende Atomkerne, sondern die Sonne ihre Strahlen in – diesmal dann saubere – Energie umwandeln.

weiter...

 

Natur erobert sich Tschernobyl-Sperrzone zurück

Menschen sind schlimmer als die nukleare Katastrophe von Tschernobyl: Diesen Schluss ziehen jetzt Wissenschaftler in einer neuen Studie über die Wildpopulationen in der Sperrzone um das 1986 explodierte AKW in der Ukraine.

weiter...

Most Wanted

Foto:"UnternehmensGrün" Jörg Farys

Die Wirtschaft ruft zum Klimastreik auf

Jetzt wird auch die Wirtschaft aktiv und will endlich mehr Klimaschutz umsetzen. Aktuell haben sich...


© 2019 European Union

Mercosur, Gen-Soja und Billigfleisch stoppen!

In einem Interview während einer Protestkundgebung vor der brasilianischen Botschaft in Wien...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/

Kaum noch unverbaute Natur in Deutschland

Deutschland ist (fast) zugebaut: Kein Standort ist weiter als 6,3 Kilometer vom nächsten Haus...


Neu im global° blog

Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Screenshot: ARD-Video

Alpendämmerung – Europa ohne Gletscher

Die Alpengletscher sind nicht mehr zu retten, wann der letzte Gletscher verschwunden ist, scheint...


Foto: DZ-4 GmbH

Der Solarboom kommt

Der richtige Solarboom kommt erst noch: Warum aktuelle Trends für eine Revolution im deutschen...


Folgen Sie uns: