Poop-Map enthüllt Kotbeutel-Misere

Poop Bag Map Screenshot: Flickr/Arne Krämer

Hamburger räumen auf – und global°-Leser machen mit: Beim Saubermachen in den Parks und an den Fleet-Ufern der Hansestadt (20.März) testet Arne Krämer erstmals auch seine Hundekotbeutel-Karte. Dabei unterstützt ihn global°: Gemeinsam wollen wir mit Krämer und möglichst vielen der 50.000 freiwilligen Hamburger Müllsammlern auf der Poop Bag Map dokumentieren, wo Hundehalter bisher die Hinterlassenschaft ihrer Vierbeiner entsorgen und damit die Stadt unnötig mit Plastik vermüllen.

Krämer, selbst Student in Hamburg, hat genug vom Hundekot in der Stadt: Weil er überall am Straßenrand über gefüllte kleine Plastiktüten stolpert, sann er auch Abhilfe. Er rechnete: Hundekotbeutel sind mit rund 3,8 Prozent am Plastikmüll-Aufkommen in Deutschland keine unwesentliche Größe. Zumal die Hundebesitzer mit ihren Schützlingen meist in der Natur, in Parks oder an Flüssen oder Teichen spazieren gehen – wo sie dann meist nicht sofort auch einen Mülleimer finden und daher die Kotbeutel in der Landschaft oder im Gewässer „entsorgen“.

 

Hunde-Kotbeutel vermüllen die Städte und kosten Kommunen viel Geld

 

Krämer ermittelte, dass deutsche Städte jährlich mehr als 200 Millionen Beutel an Hundebesitzer ausgeben. Meist kostenlos. Meist sind die Beutel zudem aus aus Polyethylen und bleiben lange in der Landschaft liegen, wenn Hundehalter sie einfach wegwerfen. Sie zersetzen sich nicht.

Arne Krämers Vorschlag an die Kommunen: Abbaubare Beutel gibt es für wenig Aufpreis – er hofft, dass die Hundehalter den gern bezahlen und damit die Exkremente ihrer Vierbeiner ordentlich entsorgen.

Ein wenig Druck kann helfen, denkt Krämer. Er entwickelte die Poop Bag Map: Auf ihr können nun alle Finder solcher Beutel ein Foto samt GPS-Geodaten hochladen. So dokumentiert die interaktive Karte bald das ganze Ausmaß der bislang versteckten Misere.

 

global°-Leser machen mit beim Datensammeln für die Poop Bag Map

 

Screenshot: Poop Bag Map/Krämer

 

Die Poop Bag Map soll Aufmerksamkeit für ein Problem erzeugen. Arne Krämer will sie der Stadtverwaltung zur Verfügung stellen. „So kann die Stadtreinigung sehen, wo sie mehr Mülleimer platzieren sollte“, sagt er. Insgeheim hofft er, dass das Wegwerfen der Beutel aber damit einzudämmen ist.

Krämer will aufklären: seine Poop Bag Map soll Aufmerksamkeit für das Problem erzeugen. global° unterstützt die Aktion weiter. Die Karte ist ab sofort auf Flickr zu sehen und alle neuen Meldungen sind daruaf verzeichnet.

Wir fordern unsere Leser überall dazu auf, Beutel zu dokumentieren, wenn sie in der Natur liegen. Arne Krämers Poop Map steht auf Denn das Plastik gefährdet nicht nur andere Tiere, die daran ersticken können. Die Beutel sind auch kein ästhetisches Highlight in einer Kommune. Nicht selten liegen neben ersten Frühlingsblumen nämlich wenig schöne, dafür stinkende Kotbeutel.


pit

 

 

Lesen Sie auch:

 

Waschmaschinen verschmutzen Meere mit Plastikmüll

Plastik kommt nicht in die Tüte

Müllkippe Ozean: Wegwerfgesellschaft zerstört die Meere

Most Wanted

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Arek Socha

Neuer Ansatz für Ökoenergie: Strom aus Wassertropfen

Neue, Idee für die Energiewende: Wissenschaftler der City University Hongkong entwickelten einen...


Foto: global°

Mit Verboten gegen die Plastik-Flut

Gegen die Müllflut im Meer: Dem immer weiter wachsenden Problem angemessen, stemmen sich jetzt...


Foto: David Mark / Pixabay CC0

Kein Leiden der Lämmer

Erste Erfolge für die von der VERBRAUCHER INITIATIVE (VI) aktiv unterstützte private...


Neu im global° blog

Foto: Pressenza (CC BY 4.0)

Atomwaffen verstoßen gegen das Recht auf Leben

Die Organisationen IALANA, IPPNW und ICAN weisen anlässlich des Tages der Menschenrechte auf den...


Foto: ZDF / Martin Kaeswurm

"Schattenmacht Blackrock"

Der amerikanische Finanzinvestor Blackrock verwaltet im Auftrag seiner Kunden über sechs Billionen...


Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Folgen Sie uns: