Regenwald-Rodung in Indonesien gestoppt!

Foto: greenpeace

Erfolgsmeldung aus Indonesien: der größte asiatische Papierhersteller stoppt Rodung im Regenwald. Indigene Völker behalten ihren Lebensraum.

 

Drei Jahre bemühten sich unabhängige Umweltorganisationen, wie Greenpeace und Tropical Forest Trust (TFT) den asiatischen Papiergiganten Asia Pulp and Paper (APP) davon zu überzeugen, seine Rodung in den letzten Regenwäldern Indonesiens einzustellen.

Dabei kam man um strenge Maßnahmen nicht herum. Erst als zahlreiche Firmen, darunter auch deutsche, wie Adidas, MontBlanc und Tchibo kein Papier mehr von APP bezogen, schenkte der asiatische Papierkonzern den Umweltverbänden Gehör.

 

Doch die Mühe war es wert: Heute erklärte APP in Jakarta, die Rodung komplett einzustellen! Oliver Salge von Greenpeace freut sich über den Erfolg: „Die Ankündigung von APP zeigt, dass sich das Engagement von uns und zahlreicher anderer Umweltgruppen auszahlt. Unternehmen in Deutschland spielen dabei eine wesentliche Rolle, da sie durch den Verzicht von Geschäften mit Urwaldzerstörern Druck ausüben können“.

 

Die Welt kann kurz aufatmen

 

Foto: Greenpeace

Die Regenwälder auf Sumatra sind die letzten Indonesiens. Dort befinden sich Torfwaldböden, die wichtig für das weltweite Klima sind. Sie sind bis zu 18 Meter dick und speichern große Mengen an Kohlenstoff. APP willigte ein, die Torfregenwälder ebenfalls von der Rohdung auszuschließen. Die Welt kann kurzzeitig aufatmen - eine grüne Lunge mehr ist gerettet.

 

APP verspricht zudem die Rechte der indigenen Völker zu achten. Viele dieser Völker leben von den Ressourcen, die ihnen der Regenwald bietet. Von nun an, will APP mit den Bevölkerungen vor Ort einen konstruktiven Dialog suchen, um weitere soziale Konflikte zu vermeiden.

Des Weiteren verspricht APP die indonesische Regierung bei der Reduzierung von CO2-Emissionen zu unterstützen.

Dank der beharrlichen Arbeit der Umweltorganisationen behalten auch vom Aussterben bedrohte Tiere, wie der Orang-Utah und der indonesische Tiger ihre letzten Rückzugsgebiete.

 

Scott Poynton, der Geschäftsführer von TFT hofft mit dem heute erzielten Erfolg die internationalen Wirtschaftkonzerne wachzurütteln: „ Wenn einer der größten Papierhersteller der Welt Lösungen für die sozialen und umwelttechnischen Probleme findet, die sich jedem Unternehmer zwangsläufig stellen, können das andere auch. Dies sollte eine weltweite Wende einleiten und eine Warnung für alle restlichen Urwaldzerstörer darstellen.“

 

Lesen Sie auch

 

Abholzung legt Regenwald trocken

300 Kilometer Marsch durch Amazonas-Gebiet

WWF: Kinderbücher auf Papier aus Tropenholz

 

Most Wanted

Foto: geralt / Pixabay CC0

2019 war das wärmste Jahr in Europa seit Messbeginn

Laut dem Copernicus Climate Change Service (C3S) war 2019 das fünfte Jahr in einer Reihe...


Foto: Risa Sopala/Pixabay CC/PublicDomain

Aufforstung hilft gegen Klimawandel weniger als Altbestand

Hoffnung schwer enttäuscht: Die Wiederaufforstung des abgeholzten Regenwalds am brasilianischen...


Foto: zoosnow / Pixabay CC0

Mikroplastik auch in Meeresfrüchten

In zwei von drei Heringen, sechs von zehn Austern, acht von 20 Miesmuscheln – das ist die Bilanz...


Neu im global° blog

Foto: Pressenza (CC BY 4.0)

Atomwaffen verstoßen gegen das Recht auf Leben

Die Organisationen IALANA, IPPNW und ICAN weisen anlässlich des Tages der Menschenrechte auf den...


Foto: ZDF / Martin Kaeswurm

"Schattenmacht Blackrock"

Der amerikanische Finanzinvestor Blackrock verwaltet im Auftrag seiner Kunden über sechs Billionen...


Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Folgen Sie uns: