Schon wieder keine Einigung beim Wal-Schutz

Foto: Pixabay CC/PublicDOmain

Schutz für die Wale abgelehnt! Am 2. Verhandlungstag bei der Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Portoroz (Slowenien) konnten sich die Verhandler wieder nicht auf die Einrichtung eines Walschutzgebietes im Südatlantik einigen. Der Vorstoß scheiterte - erneut.

Die Resolution zur Errichtung des Schutzgebiets für die großen Meeressäuger hatten die Länder Argentinien, Brasilien, Gabun, Südafrika und Uruguay eingebracht. „Erstmals beschränkte sich die Resolution nicht nur auf ein Verbot des Walfangs“, kommentiert der Internationaler Tierschutz-Fonds ( IFAW). Das Ziel, so die Artenschutz-Organisation, „war ein umfassender Ansatz für den Schutz für Meeressäuger, der alle Gefahren für sie in der Region in Betracht zieht und Lösungen findet“.

Die Resolution hätte auch die Erarbeitung und Umsetzung von Management- und Aktionsplänen vorgesehen.

 

Artenschutz-Konferenz: Keine Mehrheit für den Schutz der Wale

 

Der Wissenschaftsausschuss der IWC, Umweltschützer und die Weltnaturschutzunion IUCN sowie eine Mehrheit der Vertragsstaaten befürworteten laut der Pressemeldung des IFAW die Resolution. Dennoch bestanden die Pro-Walfang Nationen auf eine Abstimmung. Die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit wurde dabei verfehlt: 38 Nationen stimmten für die Resolution, 24 dagegen, 2 enthielten sich.

„Die Wale benötigen dringend Schutz, nicht nur vor Walfängern, auch vor den vielen anderen Gefahren wie Geisternetze, Plastik im Meer, Kollisionen mit Schiffen“ sagt IFAW-Pressesprecher Andreas Dinkelmeyer. Für ihn war eine „sehr gute Gelegenheit die Wale im Südatlantik besser zu schützen“. Dort leben Blauwale, Buckel-, Finn-, Zwerg-, Pott- und Seiwale sowie der Südkaper.

Dinkelmeyer: „Es ist sehr enttäuschend, dass diese Resolution nicht die erforderliche Mehrheit erhalten hat. Zudem haben keine der Walfang-Nationen die Absicht in diesem Gebiet Walfang zu betreiben.“

 

Walforschung geht auch ohne, dass Tiere geschlachtet werden müssen

 

Nicht letale Walforschung im Südatlantik hat schon jetzt wertvolle Ergebnisse geliefert, mehr als jeder sogenannte wissenschaftliche Walfang, betonen die Artenschützer. Der mit der Resolution vorgeschlagene Managementplan hätte auch eine Entwicklungschance für angrenzende Gemeinden geboten beispielsweise mit gut reguliertem Whalewatching. Ähnliche Resolutionen für ein Walschutzgebiet wurden seit 1999 bei fast jeder Konferenz der IWC eingebracht, bisher nie mit Erfolg.


red

 

 

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