04.02.2019

Ski-WM 2019: Klimawandel und Nachhaltigkeit

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Am 5. Februar startet in Schweden die 45. Alpine Skiweltmeisterschaft. Bis zum 17. Februar geht es in Åre um hundertstel Sekunden. Die strahlenden Sieger, die einen Wimpernschlag vor der Konkurrenz liegen, stehen dann auf dem Treppchen.

Doch in diesem Jahr steht die Ski-WM nicht nur im Zeichen von Triumphen, sondern hat auch mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen.

 

Alpine Skifahrer und Schneemangel

 

Die Gletscher gehen weltweit zurück, die Winter werden unberechenbarer. Und der Schneemangel hat vor allem Auswirkungen auf die alpinen Skifahrer. Sie sind auf Schnee angewiesen und die Skigebiete mit Schneesicherheit werden immer weniger.

Ein Horror-Szenario für jeden Skifahrer und Ausrichter von Ski-Events. Und so begegnen die Skiorte dem unsicheren Wetter mit Schneekanonen.

 

Schneekanonen: Wintersportler als Klimasünder

 

Um der weißen Pracht ein wenig nachzuhelfen, werden Unmengen an Wasser mit viel Energie als Kunstschnee auf die Skipisten befördert. Klimaschutz geht anders. Auch Åre im sonst umweltpolitisch vorbildlichen Schweden kommt nicht ohne Schneekanonen aus.

Dennoch zählt der Skiort zu den eher schneesicheren und vor allem nachhaltigen Orten.

 

Alpine Ski-WM beim Europameister der Nachhaltigkeit

 

Schweden hat in Europa schon lange die Vorbildfunktion für nachhaltigen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen inne. Das Land im hohen Norden übt seit Jahrhunderten das „Allemannsrätt“ (Jedermannsrecht) aus, das jedem den freien Zugang zur Nutzung der Natur ermöglicht.

Allerdings auch mit der Selbstverpflichtung zur Rücksichtnahme. So verwundert es nicht, dass Schweden die Entwicklung der Elektromobilität vorangetrieben haben, der CO₂-Ausstoß unter dem europäischen Durchschnitt liegt und 99 Prozent der Abfälle wiederverwertet werden.

Das Ausmaß der Waldrodungen für Skiorte ist in Schweden gering. Über 50 Prozent des Landes besteht aus Wald mit einer intakten Tier- und Pflanzenwelt.

 

Vorzeige-Stars im Kampf um Medaillen

 

Auf dem imposanten Berg Åreskutan, etwa 350 KIlometer vom nördlichen Polarkreis entfernt, kämpfen Skirennfahrer um die Weltmeistertitel in den Disziplinen Slalom, Riesenslalom, Abfahrt, Super G und Kombination. Die Chancen für den deutschen Kader stehen nicht gut. Zwei Ausfälle wegen Verletzungen, die anderen stecken in einer Krise.

Vorzeige-Athlet Felix Neureuther hadert mit sich und ist nicht fit. Wer wettet also auf die deutschen Alpinsportler?

Bei einem Sieg würden sie allerdings eine hervorragende Quote bringen. Der Österreicher Marcel Hirscher hingegen bringt als Top-Favorit wahrscheinlich den sicheren Sieg bei einer bescheidenen Quote. Zu den Favoriten zählen die Führenden im Weltcup, wie der Franzose Alexis Pinturault, der Norweger Henrik Kristoffersen und der Südtiroler Dominik Paris.

 

Skivergnügen und Klimawandel

 

Die in Sachen Nachhaltigkeit vorbildlichen Schweden werden sicherlich der Welt demonstrieren, dass Skivergnügen den Klimawandel nicht zwangsläufig nachteilig beeinflussen muss. Alpin-Skifahrer profitieren von der Natur und es ist in ihrem eigenen Interesse, dass sie möglichst intakt bleibt.

Jeder von uns kann zur Nachhaltigkeit beitragen. Dazu müssen nur ein paar Grundregeln beherzigt werden:

 

  • CO₂ einsparen durch kurze Pkw-Fahrten oder Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel
  • öko-zertifiziertes Skigebiet präferieren
  • auf den gekennzeichneten Pisten bleiben und so Flora und Fauna schützen
  •  

    Dann bleibt uns nur noch Daumen drücken, dass es mit dem Edelmetall bei den deutschen Wettkampfteilnehmern klappt und dass sich die nachhaltige Lebenseinstellung der Schweden auf alle Völker überträgt.

     

    Lena Bauer

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