Studenten helfen Gärtnern gegen Schnecken

Foto: Uni Kiel/Sebastian Maas

Gärtner-Traum wird wahr: Endlich gibt es einen giftfreien und wirksamen Schnecken-Stopp! Drei Studenten wollen ab dem kommende Frühling die Schleimspur der gefräßigen Kriechtiere mit ihrem neu entwickelten Transparent-Lack kappen. Sie sammeln ab sofort Vorbestelllungen für Schnexagon per Crowdfunding.

Gärtnern wird wieder schick. Gemüse-Anbau liegt im Trend, aber viele (Hobby-)Bauern verzweifeln im Kampf gegen ihre „Konkurrenten“, die der Ernte zusetzen, bevor sie im Kochtopf landet. Biologin Nadine Sydow, Materialwissenschaftler Sandro Böhm und Wirtschaftsingenieur Rickert Brand entwickelten daher ihr neuartiges Material in der Arbeitsgruppe für Funktionelle Morphologie und Biomechanik am Zoologischen Institut der Christian-Albrechts-Universität (CAU) in Kiel. Es soll Schnecken davon abhalten, Setzlinge und Junggemüse frühzeitig anzuknabbern.

Besonders wichtig war dem Team, dass der „ flüssige Schutzzaun“ die Natur schont: „Die neue Formel ist komplett unbedenklich für jedes Lebewesen und inzwischen ein sehr wetterfester, fast transparenter Lack, der keine Hürde für nützliche Insekten wie Bienen oder Ameisen darstellt“, sagt Erfinder Sandro Böhm.

 

Schnexagon: Keine Chance für gefräßige Schnecken im Garten

 

Foto: flickr CC 2.0/hintenrum

So funktioniert Schnexagon: „Eine Verwendung in Sprühform, zum Beispiel für Hochbeete oder Zäune ist machbar“, erklärt Nadine Sydow. Wenn die Rezeptur getrocknet ist, „können Schnecken auf der entstandenen Oberfläche nicht mehr haften, so dass auch die besonders hartnäckig Spanische Wegschnecke ferngehalten wird“.

Im Sommer 2015 testeten etwa 1.800 Interessenten das Mittel. Ergebnis: „75 Prozent der Testenden waren schon mit dem Prototypen zufrieden“, sagen die Erfinder stolz, die Wirkung des Mittels reichte „im Durchschnitt 36 Tage, in einigen Fällen mehr als 67 Tage“. Zum Vergleich: Methiocarb-haltiges Schneckenkorn wirke, so die Kieler Studierenden, „nur bis zur ersten Nässe oder maximal 2 Wochen“.

Bestellungen nehmen die Erfinder bis zum 10. Oktober auf der Crowdfunding-Plattform Startnext an. Die vorab via Internet gesammelten Erstkunden helfen, ihr Start-up ab Frühling am Markt zu positionieren.


pit

 

 

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