Studie zeigt, welche Ökosysteme produktiv sind

Foto: Anke Jentsch/Uni Bayreuth

Mittelmaß gewinnt: „Die größte Artenvielfalt wurde in der Regel auf Versuchsflächen ermittelt, auf denen die Biomasseproduktion ein mittleres Niveau erreicht“, fassen Wissenschaftler der Universität Bayreuth das Ergebnis einer Studie zusammen, die erstmals in 19 Ländern der Erde den Zusammenhang zwischen Artenreichtum und Produktivität von Ökosystemen mit einheitlichen Methoden verglich.

60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschten auf 30 Versuchsflächen in 19 Länder auf sechs Kontinent, wie produktiv die Ökosysteme sind. Das ist überlebenswichtig: Die Flächen müssen beispielsweise Grundwasser neu bilden, wertvolle Nährstoffe speichern, Schadstoffe filtern oder Grünfutter bereitstellen. „Diese Vielfalt natürlicher Serviceleistungen ist in der Regel umso eher gewährleistet, je größer die Artenvielfalt in einem Ökosystem ist“, vermuten die Wissenschaftler bislang. Zahlreiche Untersuchungen dazu aber waren kaum vergleichbar: Sie nutzten jeweils unterschiedliche Methoden – daher kann die neue, jetzt im Fachmagazin Science veröffentlichte Studie erstmals wirklich treffende aussagen vorleben.

 

Welche Ökosysteme warum am produktivsten sind

 

Die Ergebnisse bestätigen, Artenvielfalt und Produktivität hängen eng zusammen: „In unproduktiven Ökosystemen hingegen ist der Beitrag der Artenvielfalt zur Biomasseproduktion eher gering. Denn hier sind die Arten zahlreichen Stressfaktoren ausgesetzt, wie etwa Trockenheit oder einem Mangel an mineralischen Nährstoffen. In hochproduktiven Ökosystemen, also an nährstoffreichen und gut wasserversorgten Standorten, erobern einige wenige Arten eine dominierende Stellung, weil sie besonders leistungsfähig sind. Für die Produktivität dieser Ökosysteme hat die Artenvielfalt nur eine geringe Bedeutung“, so die Wissenschaftler.

Ds Ergebnis bestätigt jedoch zugleich: „Wenn in diesen Lebensgemeinschaften der Artenreichtum schwächer wird oder verloren geht, ist damit ein Verlust ökosystemarer Leistungsfähigkeit verbunden.“

 

Verlust von arten birgt Risiken für die Menschen

 

„Aus unserer Studie lassen sich zahlreiche Anregungen für umweltpolitische Maßnahmen ableiten, die auf den Erhalt der für den Menschen so wichtigen Artenvielfalt abzielen. So sollte insbesondere im mitteleuropäischen Grünland die Artenvielfalt unbedingt erhalten werden. Wenn wir Arten verlieren, verlieren wir kostenlose Leistungen der Natur und müssen diesen Verlust dann über Düngung oder Maschineneinsatz kompensieren. Dies wiederum hätte Umweltbelastungen und einen erhöhten Energieverbrauch zur Folge. Die natürlichen Leistungen sind jedoch ohne Risiken und kostenfrei“, erklärt Carl Beierkuhnlein vom Lehrstuhl für Biogeografie in Bayreuth.


pit

 

 

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