US-Autor J. Franzen erhält EuroNatur-Preis 2015

Jonathan Franzen Foto: Kathy Chetkovich/EuroNatur

Im September erscheint sein neuer Roman „Unschuld“. Am 14. Oktober zeichnet die Naturschutzstiftung EuroNatur den zurzeit wohl bedeutendsten US-amerikanischen Autor Jonathan Franzen aus. Was nicht viele über das literarische Genie wissen: Er ist ein begeisterter Vogelbeobachter und engagiert sich vorbildlich für den Vogelschutz in Europa.

„Jonathan Franzen trägt wesentlich dazu bei, die starke Bedrohung der europäischen Wildvögel durch legale Jagd, Wilderei und Lebensraumverlust ins Blickfeld der internationalen Öffentlichkeit zu rücken. Hervorzuheben sind seine zahlreichen Publikationen über die Vogeljagd, insbesondere in Südosteuropa und im Mittelmeerraum“, begründet EuroNatur-Präsidentin Christel Schroeder die Wahl des diesjährigen EuroNatur-Preisträgers.

 

Jonathan Franzen: Sein „letztes Lied für Zugvögel“

 

Jonathan Franzen war im März 2012 im Auftrag des Magazins National Geographic für eine umfangreiche Recherche zum Thema Vogeljagd unter anderem auf dem Balkan unterwegs. Er besuchte alle wichtigen Rastgebiete entlang der östlichen Adriaküste – vom Karavasta Nationalpark in Albanien bis zum Neretva-Delta in Kroatien. Nach Schätzungen von EuroNatur fallen in dem schmalen Küstenstreifen entlang der östlichen Adria jedes Jahr mehrere Millionen Zugvögel der Vogeljagd zum Opfer.

Der US-Autor sprach mit Jägern, beobachtete illegale Jagdpraktiken und beleuchtete die Hintergründe der Vogeljagd auf dem Balkan. Im Jahr 2013 waren die alarmierenden Ergebnisse dieser Reise in seinem Beitrag „Letztes Lied für Zugvögel“ im Magazin National Geographic zu lesen. Darin zeigte er eindrücklich, wie die Vogeljagd an der östlichen Adria aufwändige Schutzprogramme in den Brutgebieten der Zugvögel konsequent zunichtemacht.

Jonathan Franzen gilt als leidenschaftlicher Sammler von Vogelbeobachtungen. Weit über 1.000 Arten hatte er weltweit bereits vor dem Fernglas. „Ich habe in Europa genug Vogelbeobachtungstouren unternommen, um von den Vögeln der Alten Welt sehr angetan zu sein und ein persönliches Verantwortungsgefühl für sie zu empfinden“, so der künftige EuroNatur-Preisträger.


red

 

 

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