Vom Hundeleben der Elefanten

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Andy Bay

Grausames Vergnügen: Groß, grau, sanft - den Dickhäutern gehört die Sympatie vieler Menschen. Dennoch malträtieren sie Elefanten. Menschen legen sie in Ketten, lassen sie hungern und (fast) verdursten, tracktieren sie mit eisernen Haken bis ihr Wille bricht und die Kolosse nach unserer Pfeiffe tanzen.

Zum Vergnügen der Urlauber fristen die imposanten Riesen in vielen asiatischen Ländern in so genannten "Elefantencamps" ein tristes Dasein. Gefangen in der Wildnis, schuften sie in Shows und schleppen Gäste durch den Dschungel. Die Artenschützer von Pro Wildlife fordern deshalb endlich den raschen Stopp des "Elefantentourismus". Erste Reiseunternehmer strichen nach Hineisen der Artenschützer Elefanten-Ritte aus ihrem Programm.

 

Schwarzmarkt: 30.000 Dollar für ein Elefantenbaby

 

„Es gibt noch etwa 44.000 wildlebende asiatische Elefanten. Dem gegenüber stehen 15.000 Tiere in Gefangenschaft", weiß Adeline Fischer von Pro Wildlife. Anders als meist suggeriert, seien die gefangenen Elefanten jedoch keine Waisen, die von liebevoller Hand großgezogen wurden. "Die Tiere kommen häufig direkt aus der Wildnis, nicht selten wird für ein Elefantenbaby, das die Häscher entführen, die ganze Herde getötet."

 

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Der asiatische Elefant sei vom Aussterben bedroht, sagt Fischer. "Und diese Form des Tourismus trägt dazu bei, die Zahlen weiter zu dezimieren.“

Die Tiere würden für bis zu 30.000 US-Dollar gehandelt. Der Bedarf an Elefanten für den Tourismus sei so groß, dass die Dickhäuter sogar insbesondere in Thailand auch mit Elefanten aus den Nachbarländern gedeckt werde – trotz internationaler Handelsverbote. „Die Elefanten werden illegal über die Grenzen geschmugglet. Immer mehr Besucher in den Elefantencamps befeuern den Markt“, weiß Adeline Fischer.

In Sri Lanka stammten nach Aussagen von Pro Wildlife schätzungsweise 75 Prozent der im Tourismus eingesetzten Elefanten aus der Wildnis. Sie wurden illegal eingefangen.

 

Elefanten übertragen Krankheiten auf Touristen

 

Fischer nennt den Glauben vieler Touristen, dass Asiatische Elefanten wie unsere Reit- und Lastentiere domestiziert und für den Arbeitseinsatz gezüchtet seien, einen Irrglauben. „Ein Elefant beugt sich nur unter Anwendung von massiver Gewalt dem Willen des Menschen. Dafür werden die Tiere über einen langen Zeitraum mit Hilfe von Seilen und Ketten fixiert und mit Schlägen sowie Nahrungs- und Wasserentzug gefügig gemacht, bis ihr Willen gebrochen ist."

Das Schicksal der Elefanten in Asien ist schrecklich: Nur eines von drei wild gefangenen Elefantenjungen überlebt diese Prozedur.

"Mit Schlaginstrumenten wie dem Elefantenhaken oder spitzen Gegenständen halten die Elefantenführer die Tiere auch danach ihr Leben lang unter Kontrolle“, sagt Fischer über den Alltag der Tiere. Außerdem liegen sie in vielen Camps dauerhaft in Ketten, die Ernährung der Elefanten ist mangelhaft und häufig fehlt freier Zugang zu Wasser und Schatten.

„Elefanten sind die einzigen Wildtiere, die bis heute an Ketten gehalten werden. Die Tiere leiden unter ständigem Bewegungsmangel und sozialer Isolation. Häufig stehen sie in ihren eigenen Exkrementen und leiden an Verletzungen, die ihnen von den Elefantenhaken zugefügt wurden“, weiß Fischer.


pit

 

 

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