Foto: ap/Stefan Zimmer

NDR-Recherchen: Gartendünger mit Uran belastetet

Leider nur gut gedacht: Viele Kleingärtner und Hausbesitzer benutzen in ihren Gärten mineralische Düngemittel. Aber: Diese so genannten Volldünger können hohe Werte an radioaktiv strahlendem Uran enthalten. Das ergaben Recherchen des NDR Verbraucher- und Wirtschaftsmagazins "Markt" (Sendung am 12. September um 20.15 Uhr).

In einer Vorab verbreiteten Pressemeldung des Senders heißt es: "Beim Kauf von mineralischem Dünger ist es für den Verbraucher unmöglich, den Uranwert zu erkennen, denn nach dem gültigen Düngemittelrecht müssen solche Inhaltsstoffe nicht gekennzeichnet sein." Die Gefährlichkeit von Uran geht dabei gar nicht von der Strahlung aus. Uran sei, so heißt es in der m,eldung weiter, "ein toxisches Schwermetall, das die Nieren schädigen und Krebs auslösen kann."

Bei einer Stichprobe von fünf mineralischen Düngern aus dem Baumarkt wurde bei allen Uran und giftiges Cadmium nachgewiesen, berichtet "Markt" in seiner Ausgabe vom 12. September. Bei drei der Proben waren vor allem die Uranwerte besonders hoch. Die Untersuchungen ergaben außerdem, dass die Uran-Werte der einzelnen Dünger enorm unterschiedlich sind: "Der am meisten belastete Dünger hat mit mehr als 400 Milligramm Uran pro Kilogramm Phosphat einen mehr als hundertmal höheren Wert als der am wenigsten belastete Dünger.

Der NDR weiter: Dabei hatte das Umweltbundesamt vorgeschlagen, den Grenzwert auf 50 Milligramm Uran pro KIlogramm Phosphat festzulegen. Die Bundesregierung lehnt dagegen einen Grenzwert mit der Begründung ab, es gebe nicht genug wissenschaftliche Erkenntnisse.

Experten kritisierten dieses Vorgehen. "Es gibt keine Grenzwerte, keinerlei Auflagen oder Vorschriften," sagt Prof. Ewald Schnug, Präsident des internationalen Zentrums für Düngemittel. "Die schlechte Nachricht ist, dass sich das Uran im Dünger im Boden sehr leicht bewegt und damit eine hohe Gefahr für das Grundwasser darstellt." Umso mehr also in einem Garten mineralisch gedüngt wird, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit auf erhöhte Uran- und Cadmiumwerte.

Foto: ap/Andreas H.

Die Hersteller der Dünger berufen sich auf Anfrage von "Markt" auf die Gesetzeslage. Das Bundeslandwirtschaftsministerium siehe keinen Handlungsbedarf: Auf Nachfrage von "Markt" erklärte die Pressestelle des Ministeriums, dass "derzeit kein nennenswertes gesundheitliches Risiko durch Uran in Lebens- und Futtermitteln erkennbar ist."

Allerdings erklärt dasselbe Ministerium, so die redaktion von "Markt", in einer kleinen Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen, dass es über die Wirkungsweise von Dünger-Uran im Boden "keine Erkenntnisse" besitze, auch nicht, wie viel Uran von einzelnen Pflanzen aufgenommen wird.

Uran ist im Phosphatanteil der Dünger enthalten. Je nach Herkunft des Gesteins können sehr hohe oder auch sehr niedrige Urangehalte vorkommen. Uranarmes Phosphat ist allerdings teurer. Experten raten vom Gebrauch von mineralischen Düngern ab. Es sei sicherer, auf organischen Dünger auszuweichen.

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