Wahrhaft nach-"wachsende" Städte

Illustration: flora robotica

Intelligente Pflanzen sollen helfen, nachhaltige Städte und Lebenswelten aufzubauen: Wissenschaftler arbeiten an “lebendigen Mauern”, wollen Möbel oder ganze Häuser aus dem nachhaltigen Baumaterial aus der Natur konstruieren.

Im Gegensatz nutzen wir heute noch synthetische Materialien, um Produkte und Gebäude herzustellen. Die jedoch altern, zerfallen, erfüllen schließlich nicht mehr ihre Funktion und müssen ersetzt werden. Pflanzen aber gewinnen durch ihr Wachstum und das sich festigende Gewebe beständig an Größe und Stärke und erneuern laufend ihre Bestandteile.

 

Ziel ist ein Aufbau nachhaltiger Lebenswelten

 

Diesem Ansatz folgt eine Gruppe von Informatikern, Robotikern, Zoologen, Zellbiologen, Mechatronikern und Architekten um aus Deutschland, Dänemark, Österreich und Polen um Heiko Hamann von Institut für Technische Informatik der Universität zu Lübeck. Ihr Projekt Flora Robotica wird seit 2015 von der Europäischen Union im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 gefördert.

Hintergrund: Pflanzen sind von Natur aus beste Baumeister. Sie "sind komplexe Organismen, die ihre Umwelt wahrnehmen und auf Umweltveränderungen reagieren", schreibt dazu der Informationsdienst der Wissenschaft (idw). Es bestehe eine lange Historie von Gärtnern und Kunsthandwerkern, die sich dieser natürlichen Stärke der Pflanzen bedient haben, indem sie Hecken und Bäume beliebig formten. "In Meghalaya, Indien, hat man lebende Pflanzen sogar Brücken bilden lassen, die sich im feuchten Klima bedeutend besser halten als Stahlbrücken", berichtet idw über die Möglichkeiten dieser Bauweise.

Im Projekt „Flora Robotica“ setzen die Wissenschaftler nun bio-hybride Roboter ein, die mit Pflanzen kooperieren, um ihre Formung zu automatisieren.

 

 

Auch nachwachsende Rohstoffe haben ihre Grenzen

Galten nachwachsende Rohstoffe bisher als unbegrenzt nutzbar, so müssen wir uns wohl oder übel damit abfinden, dass diese Ansicht ein Trugschluss ist.

weiter...

 

Sie erweitern die natürlichen Fähigkeiten der Pflanzen, Entscheidungen zu treffen, und eröffnen neue Möglichkeiten der Kommunikation zwischen Mensch und Pflanze, so dass ein Benutzer das Wachstum steuern und formen kann.

Die Roboter nutzen die natürliche Reaktion der Pflanzen auf ihre Umwelt, indem sie gezielt Lichtreize an die Pflanzen senden. Dadurch wird deren Wachstum in Formen und Muster geleitet, die ansonsten so nicht entstehen würden. Auf diese Weise sollen künftig neuartige architektonische Gebilde entstehen. Die intelligenten Pflanzen sollen künftig dabei helfen, nachhaltige Städte und Lebenswelten aufzubauen, indem sich permanent ändernde, ressourcenschonende architektonische Systeme bilden.


red

 

 

Lesen Sie auch:


 

Nachwachsend und günstig: Luftfilter aus Soja

Bessere Luft: Wissenschaftler der Washington State University (WSU) netwivckelten einen Luftfilter auf Soja-Basis. Er ist günstig, besteht aus nachwachsenden Rohstoffen und ist vollständig abbaubar.

weiter...

 

Natürlich Dämmen schützt nachhaltig das Klima

In der kalten Jahreszeit aktuell: Dämmen mit nachhaltigen Rohstoffen funktioniert.

weiter...

 

Übernachten im "nachwachsenden Hotelzimmer"

Das Creativhotel Luise in Erlangen ist neuer GREEN BRANDS-Contentpartner bei global°. Hotelchef Benjamin Förtsch erklärt sein Konzept der "nachwachsenden Zimmer".

weiter...

Most Wanted

Screenshot: UNU

Süßwasserproduktion als Umweltproblem

Frischwasserproduktion verschmutzt die Meere: Immer mehr Entsalzungsanlagen produzieren dringend...


Foto: Pixabay CC0

Umweltanwälte verklagen französischen Staat

Knapp zwei Millionen Bürgerinnen und Bürger wollen die französische Republik verklagen, weil sie...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Chinas Kampf gegen die Diesel-Stinker

Es muss auch ohne Diesel-Lastwagen laufen: Die chinesische Regierung will ernst machen. Sie plant,...


Neu im global° blog

Screenshot: Camargue Video ESA/Euronews

Der Klimawandel bedroht die Camargue

Aufnahmen der Copernicus Sentinel-Satelliten machen in dem Video von ESA und Euronews sehr...


Kinoplakat

Kinotipp: "Gegen den Strom"

Die 50-jährige Halla ist eine unabhängige und warmherzige Frau mit zwei Gesichtern: eine...


Anton Hofreiter (MdB) Foto: Wikimedia CC3.0/Gerd Seidel

Hofreiter fordert: Klimaschutz ins Grundgesetz

"Wir brauchen eine Gesamtstrategie, an deren Anfang steht, dass wir den Klimaschutz im Grundgesetz...


Folgen Sie uns: