Wald-Inventur: Auf dem Weg zum Öko-Forst

Deutscher Wald Foto: Wikimedia CC 3.0/Stefan Thiesen

Mehr Wald in Deutschland: Die nun schon dritte Ausgabe der deutschen „Bundeswaldinventur“ zeigt eine erfreuliche Tendenz. Der Forst wächst. Dennoch sind Naturschützer auch skeptisch ob des Zahlenwerks. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) etwa fordert „eine Senkung des Holzverbrauchs in Deutschland“.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt betonte bei der Vorstellung der Inventur in Berlin die „erfolgreiche Arbeit der multifunktionalen Waldbewirtschaftung“. Die Privatwaldbesitzer gaben ihm Recht: Der Zustand des Waldes sei „viel besser, als Naturschutzverbände stereotyp behaupten“.

 

Wald leistet Beitrag zum Klimaschutz

 

Die Zahlen zeigten, dass die Waldbesitzer Deutschlands Forst nachhaltig bewirtschaften, betonte auch der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), Philipp Vohrer. Der Wald könne die „verschiedenen Funktionen, darunter die Bereitstellung von Bioenergie, voll erfüllen“. Die gestiegene Nachfrage nach klimaschonender Holzenergie garantiere eine Versorgung mit erneuerbarer Energie aus heimischen Quellen und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, bilanzierte Vohrer.

Die Wälder im Land dehnten sich in den zurückliegenden zehn Jahren weiter aus. Der Holzvorrat erreichte nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) Rekordniveau erreicht. Auch die Holznutzung nehme zu.

 

Waldinventur in Deutschland: die Zahlen

 

Die Waldfläche in Deutschland beträgt aktuell 32 Prozent der republik. Auf dieser Fläche von 11,42 Millionen Hektar stehen über 90 Milliarden Bäume. Besonders interessant wertet die AGDW „die Verbesserungen bei den naturschutzfachlichen Indikatoren gegenüber 2002: 36 Prozent der Wälder werden als sehr naturnah oder naturnah klassifiziert, 93 Millionen Bäume mit ökologisch bedeutsamen Merkmalen (Biotopbäume, Spechtbäume) befinden sich in den Wäldern genauso wie über 224 Millionen Kubikmeter Totholz.“

 

"Privatwald garantiert Vielfalt" Foto: AGDW

 

Genau da haken die Naturschützer des BUND ein: Besonders problematisch sei der immense Verbrauch von Brennholz, für das mittlerweile rund die Hälfte des Holzaufkommens eingesetzt werde.BUND-Chef Hubert Weiger begrüßte, dass die Wälder etwas laubbaumreicher, älter und vorratsreicher geworden sind. Er betonte aber: „Der deutsche Wald ist immer noch zu jung, er wird zu stark von Nadelbäumen dominiert, besitzt zu wenig Biotopbäume und zu wenige dicke und alte Bäume.“

„Im Bundeswaldgesetz müssen wichtige Aspekte des Waldschutzes wie das Kahlschlagsverbot, der Bodenschutz und ein hoher Anteil an Totholz festgeschrieben werden“, sagte Weiger. Das existierende Waldgesetz sei nicht geeignet, bei der Nutzung des Waldes das Gemeinwohl gegenüber Privatinteressen zu sichern. Dies gelte vor allem für den öffentlichen Wald.


red

 

 

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