Wallace Arten-Karte mit Gen-Daten kombiniert

Karte: Science Express

Neue Karte der Artenvielfalt auf dem Globus: Rund 130 Jahre nach der ersten Kartierung der Biodiversität der Erde durch den britischen Naturforscher Alfred Russel Wallace

(1876) zeichneten Wissenschaftler um Ben Holt von der Universität Kopenhagen eine Neuauflage. Sie veröffentlichten ihre Arbeit jetzt online im Wissenschaftsjournal Science Express.

Die Forscher werteten dabei Daten über 21.037 verschiedene Tierarten aus. Erstmals bezogen sie dafür sowohl genetische als auch geografische Daten aller bekannten Säugetiere, Vögel und Amphibien ein und kombinierten sie miteinander. „Hunderttausende Verbreitungskarten und zahllose DNA-Analysen haben Eingang in die Karte gefunden“, beschreiben sie in einer Agenturmeldung das Vorgehen.

Als Ergebnis der Arbeit teilen sie die Welt in 34 zoogeografische Regionen. Sie in elf übergeordnete Bereiche gruppiert. „Ähneln sich in der neuen Karte die Farben zweier Regionen, gilt das auch für die dort lebenden Wirbeltierarten“, beschreibt die Agentur die neue Weltkarte der Artenvielfalt.

 

 

Karte: Wallace

Wallace’ Karten der Artenvielfalt auf modernen Stand gebracht

 

Der Entdecker und Naturforscher Alfred Russel Wallace hatte 1876 die erste Karte zur Verteilung der Wirbeltierarten erstellt und damit einen Meilenstein der Biogeografie und eine Referenz für Artenforscher und -schützer geschaffen. Wallace ordnete jedoch etwa einige Inseln östlich von Borneo und Mali der australischen Region zu. Ben Holt und seine Kollegen an der dänischen Universität glauben aufgrund ihrer Auswertungen und Vergleiche von geografischen Verbreitungen und genetischen Verwandtschaften der Tiere, dass zumindest einige dieser Inseln in den orientalischen Bereich gehören, der Sunda, Indochina und Indien umfasst.

„Unsere Studie ist das lange überfällige Update einer der fundamentalsten Karten der Naturwissenschaften“, sagt Holt in einem Interview, „zum ersten Mal seit damals aber sind wir heute in der Lage, eine umfassende Beschreibung der natürlichen Welt zu liefern, basierend auf unglaublich detaillierten Informationen über Tausende von Wirbeltierarten.“

Die Forscher hoffen, mit ihren Daten zu einem Schutzkonzept für die globale Artenvielfalt beitragen zu können. „Während Artenschützer ihre Prioritäten bisher anhand der Einzigartigkeit von Arten in einem bestimmten Gebiet gesetzt haben, können wir nun beginnen, Schutzprioritäten aufgrund von Millionen Jahren Evolutionsgeschichte festzulegen“, sagt Jean-Philippe Lessard, der zweite Autor der neuen Studie.

 

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