Wie die Natur vom Glücksspiel profitiert

Foto: Dylan Nolte/unspleash

Der Zustand des Ökosystems in Deutschland wird von Naturschützern wiederholt als alarmierend beschrieben.

Nicht erst der Bericht von Global Nature Fund und Bodensee Stiftung zum dramatischen Rückgang der biologischen Vielfalt macht deutlich, dass der Naturschutz in Deutschland nachhaltig gefördert werden muss. Nicht erst in naher Zukunft, sondern sofort müssen Politik und Gesellschaft handeln. Neben der Revision der Agrarpolitik in der Europäischen Union sind auch finanzielle Mittel dringend notwendig.

Ein Großteil der Fördermittel für den Naturschutz stammen aus dem Glücksspiel. Der deutsche Staat verdient Milliarden am staatlichen und privaten Glücksspiel in der Bundesrepublik.

 

Glück für Tipper, Glück für die Natur

 

Jede Woche versuchen sich Millionen Bundesbürger am Tippschein. Beim Lotto hoffen sie auf das große Glück - den Jackpot mit sechs Richtigen plus Superzahl - zu knacken. Die Investitionen in das Glücksspiel sind milliardenschwer, doch nicht alle Einnahmen werden wieder an die Spieler ausgeschüttet.

Nur rund die Hälfte der Einnahmen werden an die Tipper in Form von Gewinnen wieder verteilt. Die anderen 50 Prozent fließen über einen festgelegten Schlüssel in andere Kassen.

Wie genau die Verteilung ist, hängt stark von den 16 Landes-Lottogesellschaften ab. Fest steht aber, dass im Schnitt 23 Prozent der Einnahmen für die Förderung gesellschaftlicher Aufgaben aufgewendet wird. Darunter fällt auch der die Umweltförderung und der Naturschutz.

 

Millionen für Umweltprojekte

 

Allein in Baden-Württemberg betrugen die Abgaben für gesellschaftliche Aufgaben im Schnitt 420 Millionen Euro pro Jahr. Angesicht dieser Summe wird deutlich, dass der Naturschutz bundesweit mit einer großen finanziellen Summe aus dem staatlichen Glücksspiel gefördert wird.

Einnahmen generiert ferner auch das privat organisierte Glücksspiel. Wettbüros, Spielhallen und Spielbanken sowie Online Casinos müssen ihren Umsatz offenlegen und eine Steuer darauf abführen. Zum Teil werden auch diese Einnahmen vom Staat für soziale Projekte aufgewendet.

 

Finanzierung nachhaltiger Projekte

 

Mit den Fördermitteln aus staatlicher Hand werden nicht nur Projekte in der Natur gefördert. Zu den Nutznießern des florierenden Gewinnspiels in Deutschland gehören auch Unternehmen, die sich nachhaltigen Projekten widmen. Unternehmen wie der Green Cup Factory haben sich das Ziel gesetzt, umweltfreundliche Produkte aus recycelten Müll zu produzieren.

Das Ziel hinter solchen Vorhaben ist die Erfüllung des Zero Waste-Prinzips. Die Produktion soll klimaneutral durch die Verwendung grüner Energie erfolgen. Bei der Herstellung und der Entsorgung der Produkte soll zudem kein Müll entstehen, der nicht selbst komplett wiederverwertbar ist. Auf den Zug der Nachhaltigkeit ist zuletzt auch der Getränkekarton-Produzent Tetra aufgesprungen. Der Hersteller wird seine Getränkekartons noch in diesem Jahr mit Papier- statt Plastikstrohhalmen ausliefern.

 

Steffi Schmidt

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