Wildblumen am Feldrand erhöhen Ernte auf Äckern

Foto: M. Tschumi/Agroscope

Doppelter Vorteil durch Blumen: Heimische Wildkräuter erhöhen den Ernteertrag auf dem Acker. Das zeigt eine aktuelle Studie Schweizer Agrarökologen Matthias Tschumi. Zudem hält die Blumenmischung den Schädlingsbefall in Schach.

Blühende Wildpflanzen an Feldrändern oder auf ehemaligen Ackerflächen steigern die Biodiversität. Deshalb säen Landwirte in der Schweiz oder in Deutschland, einheimische Wildpflanzen. „Davon profitieren die benachbarten Kulturen und somit auch die Landwirte“, sagt jetzt der Agrarökologe Tschumi. Das zeige seine aktuelle Studie am Schweizer Kompetenzzentrum für landwirtschaftliche Forschung Agroscope in Zusammenarbeit mit der Universität Koblenz – Landau.

Die sogenannten Säume an Feldrändern und die Buntbrachen auf ehemaligen Ackerflächen vermindern demnach den Schädlingsbefall in benachbarten Weizenfeldern und steigern den Ertrag um bis zu 10 Prozent, heißt es dazu in einer Pressemeldung des Wissenschaftlers. Die Studie stellt Tschumi auf der 45. Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie in Göttingen erstmals vor. Unter dem Motto „Ecology for a sustainable future“ treffen sich dort rund 600 Ökologen aus 38 Ländern.

 

Wo Wildblumen blühen haben Korn-Schädlinge weniger Chancen

 

Insgesamt 20 Weizenfelder hat Matthias Tschumi in den Kantonen Zürich und Aargau des Schweizer Mittellandes untersucht. Wilde Möhre, Wiesen-Margerite, Echtes Labkraut und rund 40 weitere heimische Wildpflanzen haben Landwirte hier an den Feldrändern ausgesät – allerdings nur bei der Hälfte der untersuchten Felder, die zweite Hälfte blieb zum Vergleich ohne Saum oder benachbarte Buntbrache. Der höhere Ertrag durch die Säume oder Buntbrachen bedeutet für die Landwirte einen Gewinn von rund 350 Schweizer Franken oder Euro pro Hektar beim Preis für den Weizenertrag.

Unter begründetem Verdacht die Weizenernte zu schmälern stehen Käfer aus der aus der Gattung Oulema und deren Larven. Diese waren in der Nachbarschaft der Säume oder Buntbrachen deutlich seltener zu finden. Als Schädlinge fressen die so genannten Getreidehähnchen an den Blättern der Weizenpflanzen. Dass die angesäten Säume oder Buntbrachen den Schädlingsbefall vermindern, liegt wahrscheinlich daran, dass sie natürlichen Feinden der Schädlinge Schutz und zusätzliche Nahrung bieten. Die Getreidehähnchen stehen beispielsweise auf der Speisekarte von Laufkäfern und räuberischen Wanzen. Folgestudien von Agroscope weisen darauf hin, dass genau diese nützlichen Insekten in Weizenfeldern häufiger zu finden sind, wenn die Kulturen neu angesäte Wildpflanzen in der Nachbarschaft haben.


red

 

 

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