"Wilde Nachbarn" unter Beobachtung

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Digeman

Wildschweine in Berlin, Füchse in Stuttgart oder Wölfe nahe von Leipzig: "Wilde" Tiere tauchen immer häufiger dort auf, wo Menschen leben. In Baden-Württemberg können Bürger im Rahmen eines Citizen-Science Projekts daher jetzt auf einem Netzportal "Wilde Nachbarn" eintragen, wo sie welche Tiere sahen. Das soll Konflikte bei Begegnungen schmälern.

"Wildtiere haben längst entdeckt, dass menschliche Siedlungen einen hervorragenden Lebensraum mit konstantem Nahrungsangebot, milderem Klima, bester Deckung und wenigen Feinden bieten", wisssen die Mitarbeiterinen und Mitarbeiter des Projekts "Wildtierökologie und Wildtiermanagement" an der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität . Dadurch komme es immer wieder zu Begegnungen zwischen Mensch und Tier, schreiben sie in einer Pressemeldung.

 

Projekt sensibilisiert Menschen für Natur und Tiere

 

Screenshot: Wildenachbarn.de

Wer in Baden-Württemberg einen Waschbären hinter der Mülltonne entdeckt, nachts einen Igel auf der Terrasse zu Gast hat oder auf dem Heimweg einem Fuchs begegnet, hat jetzt daher die Möglichkeit, seine Beobachtung auf dem Web-Portal zu melden: Wildtiersichtungen, Spurenfunde, Fuchs- und Dachsbaue sowie Fundorte toter Tiere können dort in eine Karte eingetragen werden. Wem es gelingt, ein Foto seiner Beobachtung zu machen, kann dieses hochladen und sich die von anderen Nutzerinnen und Nutzern eingereichten Bilder anschauen.

„Wilde Nachbarn“ ist Bestandteil des vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz geförderten Projekts „Wildtiere im Siedlungsraum Baden-Württembergs“.

Das Web- Portal betreut der Verein StadtNatur mit. Damit folgt das Bundesland Städten wie Wien, Zürich und Berlin, in denen solch eine Meldemöglichkeit schon besteht und von der dortigen Bevölkerung gerne angenommen wird.

Mit „Citizen Science“ gewinnen Bürgerinnen und Bürger Daten, die Forscherinnen und Forschern ein Bild von der Verteilung der einzelnen Tierarten über den Siedlungsraum vermitteln. Das ermöglicht es, Rückschlüsse auf Interaktionshotspots zu ziehen – Orte, an denen sich Mensch und Wildtier besonders oft begegnen.

"Dieses Wissen kann für das zukünftige Wildtiermanagement, mit dem Konflikten vorgebeugt werden soll, nützlich sein", betonen die beteiligten Wissenschaftler der Freiburger Universität: "Indem Bürger aufgerufen werden, sich an der wissenschaftlichen Forschung zu beteiligen, werden sie gleichzeitig für das Thema sensibilisiert und vielleicht sogar begeistert." Dies sei, so das Forschungsteam, "in einer Zeit in der ein Bezug der Menschen zur Natur schwindet, sehr wichtig".


pit

 

 

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