21.04.2019

Wolf ist in Deutschland doch willkommen

Foto: Stefan Seidel

Wölfe sind in Deutschalnd überwiegend willkommen: Das ergab eine eine aktuelle Studie von Senckenberg-Wissenschaftlern. Deren Fazit: „Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung hält die Rückkehr der Wölfe für eine gute Sache.“

Ob der Wolf in Deutschland eine Zukunft hat, hängt maßgeblich davon ab, ob die Bevölkerung seine Rückkehr toleriert. Deshalb befragten die wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Menschen aus rund 1.000 Haushalten, wie sie zur Rückkehr der Tiere nach Deutschand stehen. Sie machten pro Bundesland eine repräsentative Stichprobe der Land- und Stadtbevölkerung. Studienleiter Ugo Arbieu ist mit deren Ergebnis zufrieden, berichtet er jetzt im Informationsdienst der wissenchaft (idw).

 

Sachinformation nimmt irrationale Ängste

 

Während die Bundesbürger durchschnittlich rund 140 Kilometer vom nächsten Wolfsterritorium entfernt leben, sind es in der „Wolfsregion“ Görlitz, in der bereits seit neunzehn Jahren wieder Wölfe leben, im Durchschnitt nur vierzehn Kilometer. Diese Nähe beeinflußt auch die Einstellung zur Rückkehr der Tiere. Das zeigt eine zusätzliche Befragung von 250 Bewohnern des Landkreises Görlitz. Die Bewohner dort stehen der <lijk https://globalmagazin.com/themen/natur/studie-belegt-wolf-ist-ein-wende-gewinner/> Rückkehr der Wölfe im Gegensatz zur Mehrheit der in Deutschland Lebenden im Durchschnitt eher neutral gegenüber: Sie befürworten die Rückkehr der Wölfe nicht, noch lehnen sie diese ab.

In Görlitz fühlen sich die Menschen eigenen Angaben zufolge besser über Wölfe informiert und haben ein größeres Wissen über die Tiere, als die Mehrheit der deutschen Bevölkerung. „Da jedoch beide Gruppen niemals oder kaum direkt mit einem Wolf zu tun gehabt haben, erwerben sie ihre Informationen fast ausschließlich durch die Nutzung externer Informationsquellen. Sie prägen daher die Einstellung zum Wolf entscheidend“, sagt Prof. Thomas Müller vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum.

 

 

Jagd im „Wolfs-Erwartungsland“ ist falsches Signal

Almbauern in Wackersberg bei Bad Tölz beruhigte Bayern Landwirtschaftsminister Helmut Brunner jüngst mit der Aussage, im Freistaat „wolfsfreie Zonen“ einzurichten. Dass die Tiere, noch ehe sie dort wieder richtig heimisch wurden, schon wieder auf der Abschussliste stehen sollen, ruft Artenschützer auf den Plan.

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Spitzenreiter unter den Informationsquellen über den Wolf und seine Rückkehr sind laut der Wissenschaftler die klassischen Medien: „Rund 67 Prozent der Befragten aus ganz Deutschland und rund 55 Prozent der Bewohner der ‚Wolfsregion‘ informieren sich durch Zeitungen, Fernsehen und Radio über die Tiere. Bücher und Filme spielen in der Information über den Wolf eine weitaus geringere Rolle. In der ‚Wolfsregion‘ nutzen rund 21 Prozent der Befragten zusätzlich das lokale Kontaktbüro ,Wölfe in Sachsen‘ als Informationsquelle“, so Arbieu.

Die Studie belege, dass Menschen, die sich außer über die Medien noch mittels Büchern und Filmen über Wölfe informieren, deutlich positiver gegenüber der Rückkehr eingestellt, als Personen, die sich ausschließlich über Medien informieren. Einen ähnlichen Effekt habe das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“: Bewohner der Region Görlitz, die angeben, das Wolfs-Informationszentrum zu nutzen, hätten auch insgesamt eine positivere Einstellung zu Wölfen als die Gesamtheit ihrer Mitbürger.


jsu

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