Schwerpunktheft zum Schutz des Feldhamsters

Feldhamster Foto: Wikimedia CC

Feldhamster brauchen Erntereste für die Wintervorräte.

Passend zum Erntemonat August ist ein Themenheft der Fachzeitschrift „Natur und Landschaft“ über den Schutz der Feldhamster in Deutschland erschienen. Denn der Feldhamster ist eine in Deutschland streng geschützte Tierart.

Er lebt in der Agrarlandschaft, vor allem außerhalb von Schutzgebieten. Der einst in Europa weit verbreitete Nager kommt nur noch in wenigen Regionen vor und gilt als vom Aussterben bedroht.

Besonders nach der Ernte werden die Lebensbedingungen für den Feldhamster schwierig, weil Nahrung, die er etwa als Vorräte für den Winterschlaf dringend benötigt und einlagern muss, kaum zu finden ist. Zudem fehlt den Tieren die Deckung vor ihren natürlichen Feinden. Ein deutlicher Rückgang der Populationen wird in allen Bundesländern verzeichnet. Davon sind auch die Länder betroffen, in denen es noch flächendeckende Vorkommen des Feldhamsters gibt.

"Wenn der Feldhamster gerettet werden soll, müssen wir bald eine Umkehr des negativen Trends erreichen", resümiert die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz (BfN) Beate Jessel: "Denn der Feldhamster steht für eine Agrarlandschaft, die noch ein Mindestmaß an Strukturen und Fruchtfolgen aufweist, weshalb von den Maßnahmen zu seinem Schutz auch viele weitere Arten der heimischen Agrarlandschaften profitieren."

Dazu zählen etwa Wiesenweihe, Feldlerche, Feldhase oder Rebhuhn.

Im vorliegenden Schwerpunktheft werden wichtige Aspekte des Feldhamsterschutzes in fünf Artikeln zusammenfassend dargestellt. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa verdeutlicht der dramatisch schlechte Erhaltungszustand der Art den dringenden Handlungsbedarf. Kenntnisse über Schutzmaßnahmen in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft, beispielsweise im Rahmen von Vertragsnaturschutz, liegen vor, erreichen jedoch augenscheinlich nicht in ausreichendem Maße die gesetzten Ziele. Darüber hinaus wird der schrumpfende Lebensraum des Feldhamsters durch weitere Eingriffe eingeschränkt. Dagegen bieten genetische Methoden neue Möglichkeiten im Monitoring. Nicht zuletzt spielt bei Artenhilfsprojekten für den Feldhamster die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für diese Art eine herausragende Rolle.

Im November 2012 fand ein nationales Expertentreffen zum Schutz des Feldhamsters in Deutschland statt. Seine Empfehlungen und Forderungen zum dringendsten Handlungsbedarf sind in einer Liste zusammengestellt worden und abrufbar.

 

Bezug:

Einzelexemplare können beim Verlag W. Kohlhammer GmbH, Zeitschriftenauslieferung, 70549 Stuttgart telefonisch 0711/78 63 - 72 80, per Fax 0711/78 63 - 84 30 oder unter www.natur-und-landschaft.de (Einzelheft) zu einem Preis von 7,60 € zzgl. Versandkosten bestellt werden.

Einzelartikel aus diesem Heft können gegen eine geringe Gebühr (€ 2,95/Artikel) von der Natur-und Landschaft-Homepage als Screen-PDF-Datei heruntergeladen werden.


05.08.2014 09:15
Bundesamt für Naturschutz

presse@bfn.de

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