16.06.2019

2040 stammt das meiste Fleisch nicht von getöteten Tieren

Foto: Kevin Petit / Pixabay CC0

Laut einer Studie werden bis 2040 60% entweder in Bottichen angebaut oder durch pflanzliche Produkte ersetzt, die wie Fleisch aussehen und schmecken. Der auf Experteninterviews basierende Bericht der globalen Unternehmensberatung A.T. Kearney hebt die starken Umweltauswirkungen der konventionellen Fleischproduktion und die Besorgnis der Menschen über das Wohlergehen von Tieren in der industriellen Landwirtschaft hervor.

 

„Wir stehen vor nichts weniger als dem Ende der Fleischproduktion, wie wir sie kennen“, prophezeit Dr. Carsten Gerhardt, Partner und Landwirtschaftsexperte von A.T. Kearney. „Bereits 2040 werden nur 40 Prozent der konsumierten Fleischprodukte von Tieren stammen.“ Dies bedeute auch ein Schrumpfen der Massentierhaltung mit all ihren Problemen.

Die Autoren des Berichts gehen zwar von einem global insgesamt weiterhin wachsenden Fleischmarkt aus, allerdings würden neue Fleischalternativen und kultiviertes Fleisch zunehmend gewöhnliches Fleisch verdrängen. Die konventionelle Fleischindustrie züchtet Milliarden von Tieren und erzielt einen Jahresumsatz von 1 Milliarde US-Dollar. In den jüngsten wissenschaftlichen Studien wurden die enormen Umweltauswirkungen des Fleischkonsums deutlich, von den Emissionen, die zur Klimakrise beitragen, über die für Ackerland zerstörten Landschaften, bis hin zur Verschmutzung von Flüssen und Ozeanen.

 

 

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Laut dem Bericht sehen Experten, angesichts völlig neuer Geschäftsmodelle und Lieferketten, große wirtschaftliche Chancen und eine radikale Veränderung der Ernährungsindustrie. So sei der aktuelle Markteintritt von „Beyond Meat“ und der damit verbundene mediale Hype nur der Anfang. Der globale Fleischmarkt von jährlich rund 1.000 Milliarden US Dollar soll bis 2040 auf rund 1.800 Milliarden anwachsen. Da die Karten jedoch zudem völlig neu gemischt werden, verwundere es nicht, dass viele Investoren massiv in neue Ansätze investierten. Allein bis 2018 flossen rund 950 Millionen US Dollar in Start-Ups. Davon allein 50 Millionen US Dollar in die noch vergleichsweise junge Idee, Fleisch durch Zellvermehrung und -strukturierung herzustellen, ohne ein Tier zu töten.

 

"'Die Verlagerung hin zu einem flexiblen, vegetarischen und veganen Lebensstil ist unbestreitbar, da viele Verbraucher ihren Fleischkonsum reduzieren, weil sie sich der Umwelt und dem Wohlergehen der Tiere bewusster werden', sagte Carsten Gerhardt, ein Partner von AT Kearney. "Für leidenschaftliche Fleischesser bedeutet der prognostizierte Anstieg von Fleischkulturprodukten, dass sie immer noch die gleiche Ernährung genießen, aber ohne die bisherigen Umwelt- und Tierkosten."

Der Bericht schätzt, dass im Jahr 2040 35% des gesamten Fleisches kultiviert und 25% vegan ersetzt werden. Er unterstreicht die weitaus höhere Effizienz der Alternativen zu herkömmlichem Fleisch.

 

Die komplette Studie lesen Sie hier...


hjo

 

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