09.01.2019

Agrar-Atlas 2019 fordert andere Landwirtschaft

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Für eine andere Landwirtschaft: Eine repräsentative Forsa-Umfrage im aktuell veröffentlichten „Agrar-Atlas 2019“ zeigt, dass 80 Prozent der Befragten die Landwirtschaft für Leistungen wie Naturschutz, Gewässerschutz oder Klimaschutz staatlich fördern wollen. Der Agrar-Atlas 2019 zeige, so die Herausgeber BUND und Heinrich Böll-Stiftung wie eng die Landwirtschaft mit gesellschaftlich relevanten Themen wie Klimawandel und dem Leid der Tiere, Biodiversität und sauberem Wasser verbunden ist.

76 Prozent der Befragten empfinden das Höfesterben in Deutschland als großes Problem und möchten, dass gerade mittlere und kleine Betriebe staatlich unterstützt werden.

 

EU-Landwirtschaftspolitik muss sich ändern

 

COver: Agraratlas

Die EU-Agrarpolitik sei mit jährlich fast 60 Milliarden Euro einer der größten Posten im gemeinsamen Haushalt, führte Barbara Unmüßig die Bedeutung des Themas vor Augen. Dafür zahle jede Europäerin und jeder Europäer 114 Euro Steuergelder im Jahr – doch davon gehe kaum Geld in die Bereiche der Landwirtschaft, die den Menschen wichtig seien wie Natur, Tierwohl und die Förderung kleiner und mittlerer Betriebe oder Klimaschutz.

Unmüßigs Fazit: „Die derzeitige Agrarpolitik ist unökologisch, ungerecht und ineffektiv. Ein Prozent der Betriebe in Deutschland bekommt etwa zwanzig Prozent der Subventionen – und das ohne größere ökologische Auflagen“

Agrarpolitik müsse daher „raus aus der Nische“. Sie gehe, betonte Unmüßig, alle Menschen in Europa etwas an, nicht nur Bäuerinnen und Bauern. Die EU muss endlich die Weichen für eine an der Zukunft und am Allgemeinwohl orientierten Landwirtschaft stellen. „Sie ist einer der wichtigsten Hebel, den wir haben, um ländliche Regionen in Europa so zu gestalten, wie sie gesellschaftlich gewollt und zukunftsfähig sind.“

 

 

Agrarpolitik missachtet Leistungen der Ökosysteme

Agrarpolitik setzt falsche Anreize: Sie ist vorwiegend an landwirtschaftlichen Erträgen ausgerichtet und achtet zu wenig auf ökologische Dienstleistungen.

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Kürzungen des Agrarhaushaltes seien keine Lösung, denn eine bäuerliche, umwelt- und klimafreundliche Landwirtschaft gäbe es nicht zum Null-Tarif.

Die Forsa-Umfrage zeige, dass eine Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger eine Agrarpolitik wolle, die gestaltet, die verbindliche Ziele formuliert und diese mit wirkungsstarken Maßnahmen und Geld hinterlege. Die vorliegenden Reformvorschläge der EU-Kommission zur Zukunft der EU-Agrarpolitik enttäuschten dagegen nach Meinungh der beiden Initiatoren des Agrar-Atlas zutiefst, „weil sie so dürftig, teilweise sogar kontraproduktiv und schädlich ausfallen“, kommentierte Unmüßig.

„Wir müssen weg von pauschalen Zahlungen pro Fläche. Davon profitieren die Großbetriebe, die viel Land haben. Die kleinen und mittleren Betriebe sind die Leidtragenden dieser verfehlten Politik und werden nur unzureichend unterstützt. Wir wollen, dass Fördergelder für das ausgegeben werden, was wir als Gesellschaft von der Landwirtschaft einfordern, wofür Bäuerinnen und Bauern aber kein Geld am Markt bekommen: Die artgerechte Haltung von Tieren, der Schutz von Vögeln und Insekten, von Gewässern und des Trinkwassers“, zeigte BUND-Chef Hubert Weiger als Lösung : „Wir fordern öffentliche Gelder nur für öffentliche Leistungen.“


red

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