Akkus: Nicht alle schonen die Umwelt

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Babyphone, Spielzeuge, Akkuschrauber und Handys – sie alle beziehen Strom aus Akkus. Viele Verbraucher ahnen nicht, in welchem Maße manche Akkus die Umwelt belasten.

Es lohnt, bei der Auswahl genauer hinzusehen und umweltschonende Aspekte bei der Handhabung zu beachten.

 

Wie Akkus die Umwelt belasten

 

Theoretisch ist ein Akku umweltfreundlicher als eine Batterie, denn er kann bis zu 150 Batterien ersetzen. In der Praxis ist die Bilanz leider nicht so gut, wie sie sein könnte.

 

Akkus altern. In Geräten mit geringem Stromverbrauch kommt es vor, dass sie sich im Laufe der Zeit so tief entladen, dass ein neues Laden unmöglich ist.

Der sogenannte Memoryeffekt beendet das Akkuleben vorzeitig in Geräten, die ständig geladen werden.

Falsches Laden verkürzt die Lebenszeit erheblich.

 

Diese Probleme sind vermeidbar. Verbraucher müssen lediglich lernen, bewusster mit der Technologie umzugehen.

 

Laden der Akkumulatoren

 

Neuste Forschungen haben ergeben, dass auch Lithium-Ionen-Akkus einen Memoryeffekt kennen. Forscher des Toyota-Forschungslabors und des Schweizer Paul Scherrer Instituts (PSI) haben herausgefunden, dass Akkus die auf Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4) basieren, durch falsches Laden die Fähigkeit verlieren, die gespeicherte Ladung wieder abzugeben.

 

Vor diesem Effekt schützt nur, Akkus grundsätzlich vor dem Laden zu entladen und anschließend bis zu Vollladung im Ladegerät zu belassen.

 

Für Handys und ähnliche Elektronik sind daher zwei Akkus sinnvoll, die im Wechsel zum Einsatz kommen. Zurzeit forschen die Institute, um Schaltungen zu entwickeln, die zumindest bei Lithium-Ionen-Akkus den Effekt verhindern. Generell ist der Gebrauch eines guten Ladegeräts, das den Ladestrom der Akkukapazität anpasst, wichtig.

 

Überladen zerstört jeden Akku. Mittlerweile ist die Technik schon so weit, dass Akkus auch in Großformat auf Müllwagen zum Einsatz kommen.

 

Akkus, die kaum altern

 

Die neue Generation von Nickel-Metallhydrid-Akkumulatoren (NiMH-Akkus) neigt nicht zum Altern. Sie sind vorgeladen und enthalten nach einem Jahr noch 75 Prozent ihrer Kapazität, wenn sie nicht in Gebrauch sind. Herkömmliche Akkus besitzen nach dieser Zeit höchstens noch zehn Prozent ihrer Energie. Alte Nickel-Cadmium-Akkus, wie sie in manchen alten Akkuschraubern verwendet wurden, sind anfällig für den Memory-Effekt. In einem Gerät, das wenig Strom verbraucht, müssten diese Stromspeicher in einem Jahr mehrfach geladen werden. Sie erschöpfen sich alleine durch die Zeit, nicht durch die Abgabe von Energie. Die neuen langlebigen Akkus sind unter der Bezeichnung „vorgeladen“ im Handel. Manchmal gibt es nur den Hinweis „geringe Selbstentladung“ oder einfach „ready to use“ (gebrauchsfertig).

 

Gute vorgeladene Hochleistungsakkus verfügen nach 10 Jahren Lagerzeit über 70 Prozent der ursprünglichen Energie, sie lassen sich bis zu 1.800-Mal aufladen und bringen Strom aus einer Solaranlage mit. Die Erstladung erfolgte also schon umweltfreundlich.

 

Nachwachsende Rohstoffe für Akkus

 

Bisher machten sich wenige Menschen Gedanken über die Rohstoffe, die für den Bau von Akkus erforderlich sind. Obwohl es sich bei Akkumulatoren um langlebige Güter handelt, ist eine ressourcenschonende Produktion wichtig. Bei Lithium-Ionen-Akkus ist das für den negativen Pol (Anode) benötigte Material problematisch. Er besteht aus einer spezielle Form Kohlenstoff, der durch umweltschädliche Substanzen aufwendig aufbereitet wird. Für die bis zum Jahr 2020 prognostizierten sechs Millionen Elektroautos werden 900.000 Tonnen des Stoffs benötigt. Forscher der University of California (Riverside) hoffen dieses Material aus Pilzen zu gewinnen, also einem rasch nachwachsenden Rohstoff.

 

Markus Kuhn

 

Quellen:

Focus-Online

Akkuschrauber.com

Paul-Scherrer-Institut

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