11.01.2019

Aufbruch ins neue Reparier-Zeitalter

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Das Lob für die neuen Ökodesignanforderungen der EU kam vielstimmig: Umwelt- wie Verbraucherschützer und Reparierfreaks sehen in dem jetzt in Brüssel beratenen Vorschlag „einen ersten Schritt zur Schonung der natürlichen Ressourcen“. „Die Ökodesignrichtlinie kann Wegwerftrend stoppen“, formuliert etwa der BUND. Dennoch kritisieren sie “mangelnde Konsequenz bei der Umsetzung der Reparierfähigkeit“.

Es geht um das Innenleben und die Nutzung von Geräten wie Waschmaschinen, Kühlschränke, Leuchtmittel, Fernseher und Geschirrspülern. Die neuen Standards umfassen neben Anforderungen an den Energieverbrauch erstmals auch Vorgaben, mit denen Haushaltsgeräte künftig ressourcenschonender und verbraucherfreundlicher werden sollen, beschreibt der BUND die EU-Vorgaben an die Hersteller in einer Pressemeldung. Sie sollen leichter zu reparieren und somit länger nutzbar sein sowie besser recycelt werden können.

 

Die Ökodesignrichtlinie kann Wegwerftrend stoppen

 

„Wachsende Elektroschrott-Berge verschlingen begrenzte Ressourcen, die Nutzung der Geräte heizt unser Klima an. Mit der Ökodesign-Richtlinie konnten schon enorme Erfolge bei der Steigerung der Energieeffizienz von Geräten erreicht werden. Es war höchste Zeit, die Vorgaben nun auch auf den Verbrauch von anderen Ressourcen auszuweiten“, sagt die BUND-Energieexpertin Irmela Colaço. Die Vorgaben sähen zum Beispiel vor, dass LED-Leuchtmittel in Zukunft nicht mehr fest verbaut werden, damit bei einer kaputten Birne nicht gleich die ganze Leuchte entsorgt werden muss. „Die Abstimmungen über das Maßnahmenpaket haben gezeigt, dass die Ökodesign-Richtlinie ein geeignetes Instrument sein kann, um den Trend zu immer kurzlebigeren Produkten zu stoppen. Wir freuen uns, dass die Bundesregierung sich für wichtige Anliegen der Verbraucherinnen und Verbraucher in Brüssel stark gemacht hat“, kommentiert Klaus Müller als Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv).

 

 

Effiziente Computer sind klimafreundlicher

Software beeinflusst den Energieverbrauch und damit die Klimafreundkichkeit von Rechnern.

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Auch Anforderungen zur Reparierfähigkeit der Geräte wurden laut BUND in den Vorgaben berücksichtigt. Die Verbände kritisieren jedoch, diese seien nicht konsequent genug ausgestaltet, um den Trend zum Wegwerfen wirkungsvoll zu stoppen. „Erstmals wurde das Anrecht auf bestimmte Ersatzteile gesetzlich festgeschrieben. Das ist ein wichtiger Bestandteil eines ,Rechts auf Reparatur‘. Allerdings fehlen wichtige Ersatzteile. Und die maximal zulässige Lieferungsfrist wird mit 15 Tagen zu lang bemessen. Es ist höchst problematisch, dass Repaircafés und Endverbraucher nicht beliefert werden müssen und unabhängige Reparaturbetriebe weiter diskriminiert werden können“, kommentiert daher Johanna Sydow als Rohstoffexpertin von Germanwatch die neuen Richtlinien.Für die Zukunft wünschen sich die Verbände, dass mehr und auch neue Produktgruppen unter Ressourcenschutzaspekten geregelt werden. Vor allem Software müsse stärker in den Blick genommen werden, denn sie sei mit der häufigste Grund, warum Produkte vorzeitig entsorgt werden.

Formal müssen den neuen Regelungen jetzt noch EU-Parlament und Ministerrat zustimmen, damit sie ab 2021 gelten können.


red

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