Das nachhaltige Büro – Lösungen und Anregungen

Schreibtisch im Homeoffice Foto: pixabay.com/markusspiske

Um die Umwelt langfristig zu entlasten, muss jeder Einzelne seine Gewohnheiten umstellen. Nicht nur Privathaushalte sind gefordert. Auch jeder Unternehmer muss sich fragen, ob die betrieblichen Prozesse den modernen Umweltschutzansprüchen gerecht werden. Viele Institutionen setzen sich bereits aktiv für die Sensibilisierung von Unternehmen ein. Das Thema Nachhaltigkeit spielt eine zentrale Rolle. Generell wird die Wirkung nach wie vor unterschätzt, die bereits kleine Maßnahmen mit sich bringen. Am Beispiel des nachhaltigen Büros werden Lösungen und Anregungen aufgezeigt.

 

Der Begriff Nachhaltigkeit wurde bereits 1987 von der Brundtland-Kommission geprägt. Unter nachhaltiger Entwicklung ist demnach eine Entwicklung zu verstehen, „die den Bedürfnissen der heutigen Generationen entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden“, lautet ein Auszug aus dem Brundtland Bericht von 1987 Dieses einfache aber anspruchsvolle Prinzip lässt sich auf jeden erdenklichen Bereich des Alltags übertragen.

Darunter auch auf das Büro. Dabei gibt es wesentliche Aspekte, die zur Gestaltung eines nachhaltigen Büros notwendig sind. Dazu gehören:

 

  • Recyclingfreundlichkeit von Büromaterial
  • Lebensdauer von Geräten
  • Einsatz von Recyclingmaterialien
  • Verzicht auf sämtliche Schad- und Problemstoffe
  • Minimaler Materialeinsatz
  • Minimale Emissionen

 

Grundsätzlich gibt es in einem Büro zahlreiche Möglichkeiten, nachhaltig zu arbeiten. Egal ob Energieverbrauch, Materialeinsatz, Wasserverbrauch oder Abfall. Jeder Sektor des Büroalltags lässt sich mit einfachen Mitteln umweltfreundlicher gestalten. Die folgenden vier Punkte dienen zur Orientierung.

 

1. Energie sparen

 

Im Bereich Energieverbrauch ist das Thema Nachhaltigkeit besonders präsent. Neben dem Verbrauch selbst, sollten Unternehmen bereits an der Quelle nachhaltiges Denken walten lassen. Wo wird der Strom erzeugt? Welche Arten von Energien werden eingesetzt? Können sämtliche Bestandteile der Stromerzeugung beim entsprechenden Energielieferant als nachhaltig bezeichnet werden? Werden Einnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien eingesetzt?

Fragen, die es zu beantworten gilt. Zur Ergänzung eine Auflistung mit möglichen Sparmaßnahmen:

 

  • Statt Klimaanlage natürliche Lüftungsmaßnahmen wählen (falls es zu heiß wird, sind Ventilatoren sparsamer und umweltfreundlicher als Klimageräte)
  • Steckdosenleisten mit Schalter bzw. Master-Slave-Steckdosenleisten einsetzen, um Standby-Modus zu vermeiden
  • Sparsame LED-Leuchtmittel einsetzen
  • Ladegeräte und sonstige Elektrogeräte aus der Steckdose entfernen
  • Heizkosten senken: Raumtemperatur reduzieren

 

Die Entega GmbH & Co. KG, ein Energielieferant mit Sitz in Darmstadt, hat auf ihrem Blog zum Thema Umweltschutz im Büro einen interessanten Artikel veröffentlicht, worin es um Energiesparen geht. Unter anderem wird die Thematik der Gerätevielfalt unter die Lupe genommen: „Oftmals kann auf einige Geräte komplett verzichtet werden: Nicht jeder Arbeitsplatz braucht seinen eigenen Drucker. Moderne Geräte können im Netzwerk von allen Mitarbeitern benutzt werden. Und wo heute drei Drucker, ein Kopierer und zwei alte Scanner am Netz hängen, kann morgen schon ein Multifunktionsgerät für mehr Platz und weniger Energieverschwendung sorgen.“

 

Stromkosten für PC-Arbeitsplätze Grafik: entega.de

Die dort veröffentlichte Grafik macht zudem deutlich, wie hoch das Energie-Einsparpotenzial im Büro sein kann.

 

2. Umgang mit Materialien

 

Auch beim Umgang mit Büromaterialien lässt sich ein nachhaltiges Verhalten erzielen. Wichtig ist, dass alle Mitarbeiter die Maßnahmen verinnerlichen.

Ein wesentlicher Faktor in Büros ist der Papiereinsatz. Umweltfreundliches Papier einzusetzen ist zwar vorbildlich, aber Nachhaltigkeit hört beim Einkauf nicht auf. Die nachhaltige und bewusste Verwendung von Papier kann den Unterschied machen. Abfallpapier, das nur auf einer Seite bedruckt ist, kann als Notizpapier wiederverwendet werden. Ein kleiner Trick, der die Belegschaft dazu animiert, statt aufwändig produzierten Notizblöcken und Haftnotizen das Abfallpapier zu verwenden besteht darin, dieses mit der unbedruckten Seite nach oben in Ablagefächer zu legen. Ein solches Ablagefach sollte es an jedem Schreibtisch geben. Dort können Mitarbeiter ihr eigens produziertes Abfallpapier für Notizen lagern. Der Papiereinsatz reduziert sich dadurch maßgeblich.

 

Nachhaltige Büro-Arbeitsplätze Foto: pixabay.com/StartupStockPhotos

3. Wasser sparen

 

Toiletten, Küchenzeilen, Kaffeemaschinen – ein Büro benötigt mehr Wasser als vermutet. Bereits beim Installieren der Toiletten-Spülkästen beginnt Nachhaltigkeit. Mit der Installation wassersparender Spüllösungen können erhebliche Wassermengen pro Jahr eingespart werden. Tropfende Wasserhähne sollten schnellstmöglich repariert werden und bei der Anschaffung von Neugeräten wie Kaffee- oder Spülmaschinen ist auf einen geringen Wasserverbrauch beziehungsweise die Wassereffizienz zu achten.

 

4. Umgang mit Abfall

 

In Büros fällt insbesondere Papierabfall an. Jedoch gibt es einige Möglichkeiten um die Abfallmengen zu reduzieren und den unvermeidbaren Abfall nachhaltiger zu machen. Beispielsweise ist es umweltfreundlicher Briefumschläge ohne Fenster einzusetzen. Die Entsorgung von Umschlägen mit Fenstern ist wesentlicher aufwändiger.

Luftpolsterumschläge lassen sich oft wiederverwenden und unerwünschte Werbebriefe sollten mit Hilfe der Robinson-Liste gestoppt werden, um unnötigen Abfall zu vermeiden. Dank Digitalisierung ist es außerdem hilfreich mit E-Mails zu kommunizieren, anstatt alles per Brief zu regeln. Weitere Lösungen zur Reduzierung von Abfällen:

 

  • Einsatz von wiederaufladbaren Batterien
  • Wegwerfprodukte wie Papiertücher, Pappbecher vermeiden Grußkarten an Kunden und Geschäftspartner per E-Mail versenden

 

Nachhaltigkeit in Bezug auf Herstellungsverfahren

 

Während es zum einen entscheidend für ein nachhaltiges Büro ist, ausschließlich umweltfreundliche Produkte und Materialien einzukaufen, ist es zum anderen unverzichtbar auch die individuellen Herstellungsverfahren genauestens zu analysieren. Dabei stellt sich die Frage, ob Artikel unter Nachhaltigkeitsaspekten produziert, transportiert und verkauft werden.

Die gesamte Wertschöpfungskette sollte sich an Nachhaltigkeit orientieren. Das fängt bei zertifiziertem Druckerpapier aus vorbildlicher Waldwirtschaft an und hört bei der nachhaltigen Produktion von Elektrogeräten auf. Es gibt einige Unternehmen, die großen Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz legen. Die Tabelle enthält einige Hersteller, die zur Büroausstattung herangezogen werden können.

 

Unternehmen Maßnahmen zur Nachhaltigkeit
tesa tesa hat Umweltschutz gleichrangig mit anderen Unternehmenszielen in Geschäftsprozessen verankert. Beispielsweise sind die Herstellungsverfahren lösemittelfrei. Seit 2006 ist tesa Mitglied des UN Global Compact
SPICERS Bietet Leergutservice für Tintenpatronen und Tonerkartuschen. Das Unternehmen garantiert, dass die Materialien umweltgerecht in den Recyclingprozess zurückgeführt werden.
Mondi Eine der wichtigsten Unternehmensleitlinien ist nachhaltige Entwicklung. Empfehlenswert ist die Produktfamilie „Green Range“. Die Produkte bestehen aus FSC zertifizierten und 100% Recycling Papier.

Neben Elektrogeräten mit Energie-Spar-Siegel und der Anschaffung von Multifunktionsgeräten sind es kleine Dinge, die in der Masse und langfristig durchgesetzt viel bewirken. Beim Verwenden von Päckchen sollten Unternehmen auf Styropor vollständig verzichten. Biologisch abbaubares und ungiftiges Verpackungsmaterial ist wesentlich besser geeignet. Mit dem Kauf einheimischer Produkte werden Transportwege und CO2-Ausstoß reduziert. Dies sind nur wenige Beispiele für Nachhaltigkeit im Büro.

 

Fazit

 

Ein nachhaltiges Büro ist durchaus realisierbar. Entscheidend ist, dass alle Bereiche einbezogen und Maßnahmen nicht nur oberflächlich umstrukturiert werden. Alle Beteiligten müssen an einem Strang ziehen, um ein dauerhaftes Umdenken zu erreichen.

Autorin: Katja Brunnen

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