Der geplünderte Planet

Unsere Erde - ein ausgeplünderter Planet?, Foto: wikimedia commons/ NASA ESA

Die weltweiten Ressourcen schwinden: Fördermaximum von Erdöl, Erdgas und Uran in naher Zukunft überschritten! Phosphatvorkommen in Nordafrika schüren politische Konflikte! Dies sind nur zwei der Erkenntnisse des 33. Berichts an den Club of Rome, den dieser am 6. Juni in Berlin vorstellte.

Ugo Bardi beleuchtet in seinem Buch “Der geplünderte Planet – Die Zukunft des Menschen im Zeitalter schwindender Ressourcen” Fakten und Hintergründe zum weltweiten Mineralien-Hunger. Wenn wir auch in Zukunft eine florierende Wirtschaft haben und ihre Früchte ernten wollen, müssen wir schleunigst umdenken und die vorhandenen Rohstoffe nachhaltiger nutzen, so das Credo.

 

Ugo Bardi weist daraufhin, dass zwar die mineralischen Ressourcen nicht komplett aufgebraucht werden, die Förderung allerdings immer teuer und umweltschädlicher werde. „Zur Neige gehen werden die hochwertigen Erzvorkommen, die den Bergbau erschwinglich und tragbar gemacht haben,“ schreibt der Chemieprofessor aus Florenz.

Problematisch ist nicht nur die Ressourcenverknappung, sondern auch die daraus resultierenden kriegerischen Konflikte. Die größten Phosphat-Exporteure sind Marokko und Westafrika – 75 Prozent der weltweiten Vorkommen liegen hier. Die Folge: Nordafrika entwickelt sich zu einem geopolitischen Brennpunkt, weil jeder etwas vom Kuchen abbekommen möchte.

 

Wir müssen umdenken und handeln

 

Zur Lösung des Erschöpfungsproblem schlägt Bardi die Schließung des industriellen Kreislaufs und die Rückgewinnung der verbrauchten Metalle vor. Daneben sei allerdings ein tief greifender Wandel der Gesellschaft und eine Umstrukturierung des industriellen Systems nötig. „Durch den sparsamen Umgang mit dem, was übrig geblieben ist und mithilfe erneuerbarer Energien, kann die Zivilisation fortbestehen, sofern wir alle bereit sind, unsere verschwenderischen Gewohnheiten aufzugeben“, sagt der Autor.

Generalsekretär des Club of Rome, Ian Johnson, erklärt: „Der geplünderte Planet ist ein Weckruf, der gehört werden muss, denn dem Problem der Verknappung einiger der wichtigsten Ressourcen, auf denen unser Wohlstand und unsere Industriegesellschaft basieren, müssen wir uns frühzeitig stellen.“

 

Kahlschlag, Foto: wikimedia commons/ Hugo.arg

Kostenlose Dienstleistungen

 

Zeitgleich zur Veröffentlichung des Berichtes an den Club of Rome diskutieren auf dem GLOBE Natural Capital Summit Politiker aus 25 Ländern vom 7. bis 8. Juni 2013 über die Themen Biodiversität und Nachhaltigkeit. Die Parlamentarier lernen den ökonomischen Wert ihrer heimischen Ökosysteme kennen und sollen so zu umweltschonenden Beschlüssen bewegt werden.

 

Fakt ist: O2-Produktion, CO2-Speicherung, Erosions- und Hochwasserschutz – diese Dienstleistungen erbringt beispielsweise das Ökosystem Wald für uns – kostenlos! Aber wissen wir das auch zu schätzen? Üblicherweise werden nur die Gewinne durch den Holzverkauf verbucht und die Verlust bei Sturmwurf oder Waldbränden aufgeführt.

 

Bei seiner Rede erklärte Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) den Kongressteilnehmern: „Wir wollen alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – sozial inklusiv, wirtschaftlich sinnvoll und ökologisch tragfähig – verwirklichen. Das gilt für das politische Handeln in Deutschland, aber auch für unser Handeln in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Um insbesondere Fragen der Biodiversität und des Umweltschutzes besser in politischen Entscheidungen zu berücksichtigen, müssen wir den Wert von Ökosystemleistungen auch ökonomisch erfassen.“

 

Ökosysteme zu Geld machen

 

Langsam beginnen die Verantwortlichen damit, den Wert der Ökosysteme in politische Entscheidungen und ökonomische Statistiken einfließen zu lassen – Stichwort „Greening“. Allerdings werden die Dienstleistungen immer noch nicht monetarisiert, sprich in Geldwerten dargestellt, und somit auch nicht in Kalkulationen mit eingerechnet. Um diesen Sachverhalt zu ändern, sind laut GLOBE International drei Voraussetzungen nötig:

 

1. wissenschaftliche Informationen über Zustand und Entwicklung des Naturkapitals

2. Methoden zur ökonomischen Bewertung des Naturkapitals

3. Aufklärung der Parlamentariern und Einbeziehung der Erkenntnisse bei politischen Entscheidungen.

 

GLOBE International unterstützt Abgeordnete darin, sich bei für eine nachhaltige Entwicklung einzusetzen und Natur- und Umweltschutzaspekte bei politischen Entscheidungen zu berücksichtigen. Wichtig ist hierbei, dass die Verantwortlichen den Wert der Ökosysteme und ihrer Dienstleistungen erkennen. Das Konzept „Naturkapital“ hilft dabei, den Wert der Leistungen für die Wirtschaft und das Wohlbefinden der Bevölkerung zu beziffern. Denn oftmals bildet dieses Kapital die Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. JET

 

 

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