Der Sand wird knapp

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Free Fotos

Wir verschlingen jedes Jahr Unmengen an natürlichen Ressourcen. Bei knappen Ressourcen denken die meisten erst einmal an Erdöl. Bislang unerkannt sind die kleinen Sandkörnchen, die wir zunächst mit weißen Stränden verbinden. Sand ist jedoch viel wichtiger – die Wirtschaftsentwicklung der ganzen Welt hängt von ihm ab.

Sand findet sich überall im Alltag. Ob im Handy, der Zahnpasta oder dem Weinglas. Allem voran wird er jedoch für die Herstellung von Beton verwendet. In jedem Zentimeter Straße, jedem Fleckchen Wand stecken Sandkörner.

 

Sand ist keinesfalls unbegrenzt vorhanden

 

Die Bauindustrie ist durch ansteigenden Städtebau und Bevölkerungswachstum kaum aufzuhalten und damit steigt auch der Bedarf an Sand. In den letzten 30 Jahren ist die Sandnachfrage bereits um 360 Prozent gewachsen und sie wird weiter wachsen.

Obwohl es riesige Wüsten gibt, ist Sand nicht unbegrenzt verfügbar.

Geologen unterscheiden Sand je nach Größe der Körner. Entscheidend für den Bau ist die Beschaffenheit des Sandes. Wüstensandkörner sind vom Wind rund geschliffen und haften somit nicht mit dem Zement. Für die Herstellung von Beton eignet sich allein der eckige Meeressand. Beton besteht neben Zement und Wasser zu 2/3 aus Sand.

Für den Bau wird Sand also hauptsächlich aus Flüssen, Stränden, Meeresböden abgebaut.

Dubai, das arabische Emirat der Superlative, glänzt mit seinen gigantischen Bauprojekten. Aber um welchen Preis? Die Stadt ist umgeben von Wüstensand. Sand, den sie für den Bau nicht nutzen konnten. Deswegen importierte die Stadt für den Bau des weltweit bekannten Wolkenkratzer Burj Khalifa 45.700 Tonnen Sand von australischen Stränden. An den Abbauorten sinkt der Grundwasserspiegel und Feuchtgebiete versalzen. Da die Grundstücke auf dem Festland in Dubai zu teuer waren, fing man zudem damit an, künstliche Inseln im Meer aufzuschütten.

 

Grafik: trademachines.de

Das globale Finanzzentrum Singapur liegt auf Rang 1 beim Pro-Kopf-Sandverbrauch: pro Einwohner werden 5.4 Millionen Tonnen Sand gebraucht. Singapur ist eins der bevölkerungsreichsten Länder der Welt. Sand wird sowohl zur Landgewinnung – 1/5 des Landes wurde bereits künstlich hinzugefügt – als auch für den Bau von Wohnraum und infrastruktureller Einrichtung benötigt. Auch hier stammt ein Großteil des Sandes aus dem Ausland: 24 indonesische Sandinseln wurden vollständig abgetragen, um Singapur zu füttern.

Die Knappheit hat sich noch nicht auf den Preis ausgeschlagen. Was ein Fehler ist, da so die Notwendigkeit der Suche nach und Einsatz von Alternativen noch nicht groß genug ist. Bauherren bedienen sich schier unaufhaltsam an dem günstigen Material – teils auf verschwenderische Art.

 

Maike Radermacher

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