Spanischer Magnat holzt Wald Unkontaktierter ab

Jacinto Rey González ist einer der reichsten Spanier © Anon

Carlos Casados Arbeiter: von Ermittlern befragt.© GAT/ Survival

Ayoreo-Haus: beim Straßenbau durch ihr Land entdeckt. © Survival

Einer der reichsten Männer Spaniens ist jüngsten Ermittlungen von Behörden in Paraguay zufolge in die illegale Zerstörung eines südamerikanischen Waldes verwickelt. Der Wald ist die Heimat der letzten unkontaktierten Indianer außerhalb Amazoniens.

Jacinto Rey González ist Geschäftsführer und Mehrheitsaktionär des spanischen Bau- und Immobiliengiganten Grupo San José, sowie Geschäftsführer des Tochterunternehmens Carlos Casado SA. Diese Firma wurde kürzlich von paraguayischen Forstbeamten auf frischer Tat bei der Zerstörung von Wald und der Errichtung von Gebäuden, Wasserbecken und Drahtzäunen in einem großen Waldgebiet ertappt, das ihnen im paraguayischen Chaco gehört.

Diese Vorarbeiten für die groß angelegte Abholzung der Region sind illegal, da das Unternehmen die gesetzlich vorgeschriebenen Umweltgenehmigungen nicht erworben hat. Da bekannt ist, dass der Wald von unkontaktierten Ayoreo-Indianern bewohnt wird, würden dem Unternehmen die Genehmigungen wahrscheinlich verweigert werden.

Die Vorbereitungen für die großflächige Zerstörung dieses höchst sensiblen Gebietes hat lokale Experten empört. Gladys Casaccia und Jorge Vera von der Organisation GAT sagten: "Wir erleben Ethnozid in Aktion. Dieses Verbrechen ist eine menschliche Tragödie, eine Schande für Paraguay in den Augen der Welt – dies wird nur aufhören, wenn die Verantwortlichen festgenommen und verurteilt werden”. GAT setzt sich seit 1993 mit bereits kontaktierten Ayoreo für den Schutz ihres Gebietes ein.

Hinweise, dass Viehzüchter dieses Gebiet ins Visier genommen haben, gibt es bereits seit Monaten. Im Juni deckte Survival International einen Betrugsversuch an den Ayoreo auf. Viehzüchter hatten versucht die Zustimmung der Indianer zu einer Straße zu erschleichen, die ihr Land in der Mitte durchtrennt hätte. Die Straße wäre am nördlichen Rand von Carlos Casados Grundstück verlaufen.

Survival International Direktor Stephen Corry sagt: "Es ist schockierend, dass eines von Spaniens größten Unternehmen in ein so skandalöses Verhalten involviert ist. Vielleicht dachten sie, weil dies in einem abgelegenen Teil Südamerikas passiert, würde niemand etwas davon mitbekommen. Aber wenn sie damit fortfahren, werden sie unmittelbar für die Zerstörung des Ayoreo-Landes verantwortlich sein – mit schamloser Ignoranz für Paraguays und internationale Gesetze.”

Die meisten Ayoreo wurden bereits kontaktiert, aber einige leben noch unkontaktiert in den Wäldern West-Paraguays. Stetig ansteigende, meistens illegale Zerstörung des Waldes in der Region sorgt dafür, dass sie ständig auf der Flucht sind.

Grupo San José war für die kürzliche Erweiterung des Prado-Museums in Madrid, Teil der Hochgeschwindigkeitsverbindung Madrid-Valencia, und viele andere Projekte verantwortlich.

 

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14.08.2012 11:51
Survival International

Linda Poppe

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