Große Nachfrage nach Fruchtwechselsaaten

Arbeiter in Uganda (Foto: Klaus J.A. Mellenthin)

Im Cotonea-Projekt Uganda werden seit 2012 Sesam und Sonnenblumen als Fruchtwechsel-Saat zur Bio-Baumwolle ausgebracht. Es ist gelungen, nicht nur Kunden in der EU zu finden, sondern auch noch solche, die dafür eine Bioprämie zahlen. Das ist ein großer Erfolg, der das gesamte Projekt stabilisiert. Wie immer zählt für Cotonea kein Einzelaspekt sondern das Ganze, weil alles mit allem zusammenhängt.

Am 21. März 2013 berichteten wir in einer News über den Besuch „unseres Mannes in Uganda“, Bruce, der eigens zur BioFach-Messe nach Nürnberg gereist war, um Partner für die Abnahme „seiner“ Sesam- und Sonnenblumensaaten zu finden. Heute steht fest: Die Entscheidung für Sesam als Fruchtwechsel-Saat war goldrichtig. Sie erhält die Bodenfruchtbarkeit und schafft - neben der Baumwolle - eine stabile Einkommensgrundlage für die 12000 Bauern.

 

Um die Dimension dieses Erfolges einordnen zu können, muss man wissen, dass die Geburtenrate in Uganda zwischen sechs und sieben Kindern liegt. Jeder Bauer ernährt durchschnittlich 10 Menschen. Bis vor kurzem war die ugandische Bevölkerung mit einem Durchschnitt von 14,8 Jahren die jüngste der Welt. Entsprechend hoch ist die Arbeitslosigkeit. Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft. Offizielle Angaben gibt es nicht. Lt. UN waren 2011 83% der ugandischen Jugendlichen ohne Arbeit.

 

Grund dafür ist auch der mangelnde Zugang zu Bildung. Noch bis 2006 überzog die LRA, die Lord’s Resistant Army, mit ihrem Anführer Joseph Kony den Norden des Landes, in dem das Cotonea-Projekt liegt, mit Terror und Gewalt. Sie rekrutierte Kinder als Soldaten und verwüstete das Land. Der Anbau von Ackerfrüchten kam zu Erliegen. Noch heute leben etwa 40% der Menschen in extremer Armut. Die LRA terrorisiert heute die Demokratische Republik Kongo, die Zentralafrikanische Republik und den Südsudan – mit den bekannten Folgen. Die Befriedung des Nordens durch den Peace, Recovery and Development Plan (PRDP) war ein großes Verdienst der ugandischen Regierung.

 

Die Menschen, die durch das Cotonea-Projekt ihr Ein- und Auskommen haben, finanzieren damit ihre Gesundheitsversorgung und die Bildung ihrer Kinder.

 

Trotzdem ist Baumwolle nach wie vor der bedeutendste Produktionszweig. Sie ist der Rohstoff für hochwertige Bio-Bettwäsche, Bio-Frottierwaren und Bio-Kleidung – schön, gesund, ökologisch und fair. Es gibt sie im Cotonea Online-Shop www.cotonea.de


20.01.2014 11:36
Cotonea

hannelore.ohle@indivisio-pr.de