Europas größter Dachpark

Der Dachpark Vierhavenstrip in Rotterdam ist seit anderthalb Jahren geöffnet und zeigt anschaulich, wie viele andere Flachdächer mitten in der Stadt heute aussehen könnten. - Foto: Nophadrain

In der Immobilienwirtschaft ist jeder Quadratmeter Geld wert, deshalb wird es vor allem in hochverdichteten Städten für Grünflächen eng. In den Niederlanden setzt man daher in letzter Zeit vermehrt auf sogenannte intensiv begrünte Dächer, also solche, die von den Menschen als zusätzlicher Lebens- und Bewegungsraum genutzt werden können.

Vor allem in Rotterdam gibt es derzeit viele interessante Projekte.

Eines findet man im Stadtteil Delfshaven, Standort Vierhavenstrip. Hier auf einem ehemaligen Eisenbahngelände siedelten sich mehrere Unternehmen und Geschäfte an. Oben auf dem Gebäude ist ein begrüntes Dach entstanden, das seinesgleichen sucht.

 

80.000 Quadratmeter Parklandschaft

 

Mit einer Länge von einem Kilometer, einer Breite von 80 Meter und einer Nutzfläche von 80.000 Quadratmeter gilt es heute als größter Dachpark Europas. „An der höchsten Stelle ist der Park neun Meter hoch. Wir haben dort ein Gewächshaus, Themengärten, Gastronomie, Schatten- und Sonnenplätze, Spielgelegenheiten und Ruhebereiche“, skizziert Architekt Rik de Nooijer das Gelände. „In einem langen Prozess ist etwas gelungen, wovon Anwohner und die lokale Wirtschaft träumten: ein attraktiver, grüner Ort der Erholung in der aufgeregten Stadt.“

 

Begonnen hatte alles mit einem Wettbewerb. Dabei ging es darum, mehrere Funktionen auf der riesigen Fläche optimal zu verbinden. Das Architekturbüro sprach mit der niederländischen Bahn, den Bürgern, Unternehmern, der Politik und hat die unterschiedlichen Anforderungen und Wünsche bei der Planung aufgegriffen. Anschließend wurde ein Partner gesucht, der sich die Realisierung eines solchen Projektes technisch zutraute. „Wenn man einen Park auf einem solch besonderen Standort anlegt, müssen die Bäume und Sträucher und verwendeten Substrate mit Bedacht gewählt werden. Auch die Regenwasserfrage musste optimal gelöst sein“, so de Nooijer. Mit der technischen Umsetzung wurde deshalb Nophadrain, ein europaweit tätiger Spezialist für Nutzdächer, beauftragt.

 

Projektleiter Pieter Wesselink von Nophadrain spricht von einer großen Herausforderung: „Da der Dachpark Vierhavenstrip eine so immense Oberfläche hat, war es wichtig, das Regenwasser, das von der Vegetationsschicht nicht aufgenommen und gespeichert werden kann, so schnell wie möglich abzuleiten. Außerdem haben wir es bei diesem Projekt mit sehr hohem Druck zu tun, denn über dem Drainagesystem liegt schließlich einige Meter Substrat, auf dem sich zudem auch noch Menschen bewegen. Für den Dachpark haben wir deshalb ein ganz eigenes System entwickelt, das auf die Anforderungen des Auftraggebers genau zugeschnitten ist. Solche Sondersysteme entwickeln und produzieren wir in unserem Werk in Kerkrade. In der Branche sind solche Maßanfertigungen ziemlich selten.“


26.10.2015 14:57
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