Recycling: Der Trend geht zu Öko-Kleidung

© Sarah L.

Begriffe wie Öko oder Bio sind überall zu finden und umschreiben meist eher ungenau, was darunter denn zu verstehen ist, so auch in der Bekleidungsbranche. Allerdings herrscht in diesem Segment der Begriff Fast-Fashion oder auch McFashion vor.

Eine Betitelung für den kurzfristigen Wechsel der Kleider, was ja auch finanziell kein Problem darstellt, da nicht wenige Mode-Artikel wie etwa T-Shirts oft nicht mehr kosten als der Burger im Schnellrestaurant oder der Kaffee an der Ecke. Diese billigen Kleidungsstücke sind jedoch mit Problemen behaftet, die sich viele Käufer nicht bewusst machen wollen, da so doch Geld gespart werden kann. Geld sparen, das machen ebenso die Produzenten dieser Waren. Sie sparen dabei auch an der Gesundheit und Sozialleistungen ihrer Mitarbeiter und verschwenden gleichzeitig wertvolle Naturressourcen. Von Kinderarbeit und Zwangsverschuldungen der Arbeiterinnen und Arbeiter in den jeweiligen Ländern einmal ganz abgesehen. Ein T-Shirt, eine Leggins oder eine Bluse, die nur ein paar Euro kosten, können nicht unter Umwelt- und Menschengerechten Bedingungen produziert werden. Allerdings werden zugegebenermaßen auch Kleidungsstücke teuer unter dem Mantel eines Öko-Siegels verkauft, die vorher beispielsweise von Kindern im Alter von vielleicht acht Jahren mit Knöpfen versehen wurden, in einem dunklen Loch, 10 Stunden am Tag. Das ist kein Scherz und auch keine Übertreibung, sondern schon oft belegte Realität.

 

Glücklicherweise wächst in Europa langsam das Bewusstsein dafür, dass die Erde und Menschen in anderen Erdteilen unter dem schnelllebigen Modewahn leiden.

Der Kauf von Öko-Kleidung ist ein solcher Weg, wobei darauf geachtet werden muss, dass tatsächlich Öko ist, wo Öko drauf steht.

 

Zunächst muss einmal der Unterschied zwischen Ökologisch und Biologisch festgestellt werden, die gerne in einen Topf geschmissen werden. In Bezug darauf, was in der Bekleidungsindustrie als Öko und Bio betrachtet werden kann, bezieht sich der Begriff "ökologisch" auf den gesamten Herstellungsprozess, von den Rohstoffen bis zur Endfertigung und dem Transport. Unter Biologisch ist jedoch nur die Rohstoff-Fertigung zu verstehen.

Sicherlich spart etwa der Einsatz von Bio-Baumwolle in der Aufzucht gut die Hälfte an Wasser gegenüber herkömmlicher Baumwolle, der restliche Verarbeitungsweg des Materials ist damit aber nicht erklärt. Für ein einziges T-Shirt aus normaler Baumwolle werden übrigens 2.700 Liter Trinkwasser benötigt.

 

Darum ist es besser, auf anerkannte Ökosiegel zu achten, die den gesamten Prozess einschließen und die die Firmen, die das Siegel nutzen, tatsächlich untersuchen und zertifizieren.

 

Es ist nicht ganz einfach, hier die Spreu vom Weizen zu trennen, bei den folgenden Standards ist der Verbraucher jedoch auf der sicheren Seite:

• Fair Wear Foundation

• Oeko-Tex Standard 100

• Global Organic Textile Standard (GOTS)

• IVN zertifiziert Best Naturtextil

• Fair for Life

• Der Blaue Engel

• Earth Positive

• LamuLamu

• Hessnatur

 

Die beiden letztgenannten in dieser Liste sind Labels von Herstellern, die sich praktisch selbst zertifizieren. Das hat in der Regel einen faden Beigeschmack, wobei diese zwei jedoch eine Ausnahme darstellen.

 

Der beste ökologische Umgang mit Kleidung ist ohne Zweifel die verringerte Neuanschaffung. Einfach überlegen, ob denn wirklich noch eine neue Jeans den Kleiderschrank bevölkern muss und wenn es denn eine neue sein muss, doch zumindest eine Öko-Jeans, wie sie auf Jeans-shopping24 zu finden ist. Der Hersteller Bucks und die Nachhaltigkeitsplattform LOHAS.de sind eine Kooperation eingegangen. Sie bieten eine Jeans-Kollektion an, die ohne die Produktion von Abwasser und chemischen Hilfsmitteln veredelt und zudem die CO2 Emission um 80 Prozent gesenkt wurde. Ein lobenswerter Ansatz, für den Hersteller, die Umwelt und auch für den Käufer.


02.12.2015 14:26
SarahL.

Sarah L.

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