Bio-Bier - Die nachhaltigen Brauereien kommen!

© BrewBakers

Craft Beer ist in aller Munde. Immer mehr kleine Hersteller setzen auf handwerkliche, traditionelle Brau-Methoden, unkonventionelle Geschmäcker und hochwertiges Hopfen und Malz. Aber wie halten sie es mit der Nachhaltigkeit? Vier junge Vorzeigebrauereien zwischen Hamburg und Wien öffnen ihre Tore.

Bei diesen vier handverlesenen Pionieren landet ausschließlich Bio im Bierkessel. Und auch sonst wird Nachhaltigkeit großgeschrieben, wie der TREEDAY Index dieser Top-Betriebe zeigt. Mit rund 30 Kriterien fragen wir die Braumeister*innen, wie sie Nachhaltigkeit in ihren betrieblichen Alltag integrieren und vorleben. So geht es nicht nur um die Frage nach dem Bio-Anteil in ihren Bieren, sondern auch um die Regionalität der Rohstoffe oder den Verzicht auf synthetische Hilfsmittel beim Brauvorgang. Auch Aspekte wie Nutzung von Abwärme der Anlagen, soziales Engagement über den Kesselrand hinaus und CO2-arme Lieferung der Gerstensäfte fließen in die Erstellung des TREEDAY Index für Brauereien ein.

 

BrewBakers – Die Berliner Bio-Pioniere

 

Vor zehn Jahren war Craft Beer im deutschsprachigen Raum noch kein großes Thema. Nicht so bei BrewBakers. Die Berliner Bio-Pioniere brauen bereits seit 2005 ihre Hopfenspezialitäten. Angefangen haben die Sechs in einem kleinen, feinen Restaurant mit hauseigener Brauerei. Seit 2013 konzentrieren sich die BrewBakers ausschließlich auf ihr Kerngeschäft und brauen das einzige handwerklich hergestellte Bio-Bier in ganz Berlin.

Bei ihren Erzeugnissen liegt den BrewBakers Transparenz am Herzen. „Es ist nur drin, was draufsteht!“ So werden überwiegend biologisch zertifizierte, regionale und saisonale Zutaten zu vollmundigen Pilsen, Lagern und IPAs veredelt. Zudem sind alle Biere ungefiltert und nicht pasteurisiert. Die BrewBakers bieten auch eigene Kurse für Brau-Interessierte an, bei denen man selbst Hand an den Bierkessel anlegt. Kostprobe inklusive, versteht sich! Mit diesen Schwerpunkten erzielt die Berliner Bio-Brauerei einen stattlichen TREEDAY Index von 67 Punkten und damit Gold-Status!

 

Wildwuchs Brauwerk – Etwas Natur für die Stadt

 

Seit 2014 betreiben die Jungs um Friedrich „Fiete“ Matthies die erste, komplett Bio-zertifizierte Brauerei im Großraum Hamburg. Hopfen, Malz und Gewürze stammen allesamt aus kontrolliert ökologischem Anbau von ausschließlich persönlich bekannten, regionalen Partnerbetrieben. Damit finden nur hochwertige, natürliche Zutaten den Weg ins leckere Bier. Den Bio-Hopfen beziehen die Wildwuchs-Jungs vom Biohof Friedrich, der eine der weltweit größten Anbauflächen für biologischen Hopfen kultiviert.

Stichwort regionale Wirtschaftskreisläufe. Die Wildwuchs-Brauerei ist Teil der Regionalwert AG, die es sich zum Ziel gesetzt hat, mittels Bürger*innen-Beteiligung regionale Betriebe zu vernetzen und zu stärken. Bürger*innen kaufen von der nicht an der Börse notierten AG Aktien und der Erlös kommt den Kleinbetrieben – Bauernhöfen, Lebensmittelverarbeitern, Händlern – zu Gute. Die Betriebe verpflichten sich, sozial und ökologisch zu wirtschaften und miteinander zu kooperieren. So wird immer nur die optimale Menge an Hopfen produziert, um dann im Wildwuchs-Brauhaus veredelt zu werden. Umgekehrt schippern die Jungs die übrige Braumaische zu den lokalen Milchviehbetrieben, wo sie als Kraftfutter verfüttert wird.

 

Bruckners Erzbräu – Die nachhaltige Bierwerkstätte>

 

Springen wir nach Österreich. Im niederösterreichischen Mostviertel wird nicht nur der typische Obstwein vergoren, sondern auch kräftig Craft Beer gebraut. Und bei den Bruckners im Erzbräu gibt es nicht nur feinste Bio- und Kreativbiere aus regionalen Zutaten. Den Braumeistern ist nämlich die Nachhaltigkeit ihres Familienbetriebs ein besonderes Anliegen. So wird das Sudhaus mit der eigenen Hackschnitzelanlage beheizt, der Strom kommt von den Solarzellen am Dach und die Abwässer werden in der hauseigenen und vollbiologischen Kläranlage entsorgt. Hierfür gibt´s einen tollen TREEDAY Index von 80 Punkten!

Zurück zum „flüssigen Gold“. Für die Bier-Spezialitäten wie Schwarzer Peter und die Dinkel-Weiße werden Hopfen, Malz und andere Bio-Rohstoffe ausschließlich von ausgewählten Zuliefer*innen aus der Region bezogen. Das Brauwasser sprudelt direkt aus der Quelle am Hausberg hinunter ins Tal in die Bruckner´schen Braukessel. Je nach saisonalen Gegebenheiten nehmen die Bruckners Bock-Biere und IPAs mit in ihr Sortiment. Neugierige können sich einen Tag mit Braumeister Bruckner buchen und ihm bei seiner Lieblingsbeschäftigung über die Schulter schauen. Wem dies nicht möglich ist, bleibt nur der Gang in den Online-Shop.

 

Braugut Klosterneuburg – Brauen unter gutem Stern

 

In der Nähe von Wien wird unterm Stern gebraut. „Der Braustern ist das Zunftzeichen der Brauer und Mälzer, und das Symbol für die Ausgabestelle des Haustrunks einer Brauerei.“ Unter diesem Motto haben sich Georg Vogl, Matthias Marek und Christoph Lechner dem langsamen, handwerklichen und streng biologischen Bier-Brauen verschrieben. Seit 2011 kommen den drei Freunden keine industriell erzeugten Biere mehr in die erhobenen Gläser.

Für die schmackhaften Gerstensäfte wie „Agnes“ und „Leopold“ werden zu 100 Prozent kontrolliert biologische und regionale Zutaten verwendet und streng handwerklich veredelt. Auf Pasteurisierung und Filtern wird komplett verzichtet. Die Nachgärung in der Flasche, für die sich die Braumeister nochmal einige Tage Zeit nehmen, rundet den nachhaltigen Gesamteindruck ab. Mit einem TREEDAY Index von 74 katapultiert sich Braugut in die absolute Oberliga der nachhaltigen Brauereien. Verkosten lassen sich die Braugut-Perlen vor Ort im Shop oder beim Wochenmarkt am Klosterneuburger Stadtplatz. Prost!


16.04.2018 10:59
Treeday GmbH

ask@treeday.net

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