Baumwollanbau - Nachhaltigkeit der Textilindustrie

Baumwolle

Die Baumwollpflanze ist eine der ältesten Pflanzen, die die Menschheit schon seit Jahrhunderten begleitet und schnell enorme Wichtigkeit erlangte. Sie gilt als die bedeutendste Ressource in der Textilbranche und deckt circa ein Drittel des Bedarfs.

In etwa 80 Ländern wird Baumwolle auf insgesamt 30 Mio. Hektar angebaut. Damit ist die Gesamtanbaufläche fast so groß wie ganz Deutschland. Die Plantagen ernähren mehr als 100 Mio. Haushalte.

 

Baumwolle als Ernährer

 

Der Anbau herkömmlicher Baumwolle ist oftmals mit abscheulichen Maßnahmen verbunden. Die Pflanzen werden mit Unmengen von Insektiziden und Pestiziden behandelt. Hinzu kommen die enormen Mengen an Wasser, die für die Produktion genutzt werden. Auf 1Kilogramm Baumwolle kommen etwa 11.000 Liter Wasser.

 

Zudem sollten die Arbeitsbedingungen der Plantagenarbeiter nicht außer Acht gelassen werden. Diese sind völlig unzumutbar, ganz zu schweigen von der Bezahlung. Zu den Hungerlöhnen gesellen sich unzählige Berichte über Kinderarbeit.

 

Genetische Modifizierung ist ebenfalls keine Seltenheit. Im Jahr 2014 wurde dies bei mehr als 60 Prozent der Baumwollpflanzen auf der ganzen Welt nachgewiesen. Gerade einmal 15 Prozent des Anbaus sind tatsächlich nachhaltig.

 

Der WWF stuft die folgenden 5 Standards als nachhaltig ein: Bio-Baumwolle, Organic Cotton, Better Cotton, Cotton made in Africa und Fairtrade Cotton.

All diese verfahren unterschiedlich, sind aber dennoch weitaus nachhaltiger als die herkömmlichen Methoden.

 

 

Das Baumwoll-Ranking des WWF

 

Beim Sustainable Cotton Ranking 2017 untersuchte der WWF gemeinsam mit dem Pesticide Action Network (PAN), aus Großbritannien, ob nachhaltig produzierte Baumwolle Verwendung in Unternehmen findet. 75 Firmen wurden dabei anhand ihrer Transparenz und Einkaufspolitik untersucht, darunter 8 deutsche. Die Resultate ließen sehr zu wünschen übrig, denn nachhaltige Methoden werden kaum genutzt. Die Entwicklungen im Vergleich zu den Vorjahren sind ebenfalls sehr durchwachsen.

 

 

Von vorbildhaften Unternehmen und Verweigerern der Nachhaltigkeit

 

Nichtsdestotrotz gibt es Unternehmen, die darauf achten, Kleidung nachhaltig zu produzieren, wie beispielsweise Girav. Weitere Firmen die als vorbildhafte Vorreiter gelten sind unter anderem H&M, C&A, Tchibo, IKEA und Marks & Spencer gelten als vorbildhafte Vorreiter.

 

Als Schlusslichter gelten unter anderem Walmart, New Yorker und Amazon. Es sind keinerlei Informationen bezüglich derer Ressourcen auffindbar, was bedeutet, dass es aktuell keinerlei Bestrebungen bezüglich der Nutzung nachhaltig angebauter Baumwolle zu verzeichnen gibt. Im Mittelfeld finden sich Marken wie Levis, Nike und Otto ein.

 

 

Nachhaltigkeit muss nicht teuer sein

 

Der WWF untersucht, ob Unternehmen beginnen, auf Nachhaltigkeit zu achten und inwiefern sie dies umsetzen. All das wird im WWF-Ranking festgehalten und hilft auch den Kunden dabei, herauszufinden, wo sie bedenkenlos einkaufen können.

 

Eine Vielzahl von Firmen, die nicht darauf achten, wie die von ihnen weiterverarbeitete Baumwolle produziert wurde, begründet dies häufig damit, dass es schlichtweg zu teuer wäre. Es wären Preiserhöhungen nötig, aufgrund dessen Kunden verloren gehen können, da sie gegebenenfalls nicht gewillt sind, diesen Aufpreis zu bezahlen. Dem entgegen sprechen einige Unternehmen, die durchaus auf nachhaltigen Baumwollanbau achten und es trotzdem schaffen, ihre Waren im unteren Preissegment anzubieten.


04.10.2019 12:13
Dirk Schwarzer

dirk.schwarzer.82@gmx.de