07.09.2015

Deutsch-Brasilianische Konkurrenz für Monsanto

Foto: Light Brigarding / flickr (CC BY-NC 2.0)

Erstes Gen-Soja Made in Brasil auf dem Markt - Brasiliens "Gruene" Genforschung feiert das erste heimische Gen-Soja

 

Seit dem 25. August hat der nordamerikanische Gen-Soja-Konzern Monsanto Konkurrenz aus Brasilien. Das staatliche Unternehmen für landwirtschaftliche Forschung "Embrapa" (Empresa Brasileira de Pesquisa Agropecuária) brachte nun in Brasilia zusammen mit dem deutschen Konzern BASF die erste "heimische" Gen-Sojabohne auf den Markt.

 

Die neue transgene Sorte namens Cultivance sei gänzlich in Brasilien entwickelt und wurde während der vergangenen zehn Jahre auf den Feldern des südlichen Bundesstaates Paraná getestet, so die Embrapa, die Cultivance nun in den Soja Anbaustaaten Paraná, São Paulo, Minas Gerais, Mato Grosso do Sul, Goiás, Distrito Federal, Mato Grosso, Rondônia und Bahia anbietet. "Es ist das erste mal, das eine genetisch manipulierte Soja-Pflanze gänzlich in Brasilien entwickelt wurde, vom Laboratorium bis zur Kommerzialisierung", zeigt sich der Embrapa-Präsident Maurício Antônio Lopes stolz.

 

Die transgene Soja-Bohne "Made in Brasil" ist resistent gegen Herbizide der Wirkstoffklasse Imidazolinon und damit eine Alternative zu Monsantos Totalherbizid Roundup Ready (RR) mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat.

 

Nichts sei besser als Konkurrenz, was zu niedrigeren Preisen beim Gen-Soja-Saatgut führen könne, kommentierte Brasiliens Landwirtschaftsministerin Kátia Abreu die Markteinführung des Embrapa-Sojas.

 

Derzeit setzen Brasiliens Sojaproduzenten hauptsächlich auf Monstanto-Bohnen. 90 Prozent von 31 Millionen Hektar Soja-Anbaufläche sind mit Glyphosat-Resistenten Gen-Sorten bestellt. Doch mehr und mehr brasilianische Sojafarmer haben mit "Unkräutern" zu kämpfen, die gleichfalls Resistenzen gegen Glyphosat entwickelt haben: Diese Pflanzen konkurrieren mit dem Gen-Soja um Licht, Wasser und Nährstoffe, was zu Ernteverlusten führe, erläutert Embrapa-Forscher Fernando Adegas. Schätzungsweise 30 Prozent der Soja-Anbauregionen wiesen laut Embrapa in Brasilien bereits Glyphosat-Resistente Pfanzen auf. Mit dem neuen Gen-Soja in Kombination mit Imidazolinon-Herbiziden könnten diese nun bekämpft werden.

 

Bereits seit 2009 ist der Anbau von Cultivance in Brasilien genehmigt. BASF und Embrapa hatten mit der Vermarktung aber noch gewartet bis auch die wichtigsten Soja-Importländer, vor allem China und die EU die neue Gen-Sorte freigaben.

Autor: Norbert Suchanek, Rio de Janeiro

 

Erstveroeffentlichung in:

Junge Welt

Neues Deutschland

 

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