Deutscher Bio-Lebensmittelmarkt wächst weiter

Foto: BioFach

Bioprodukte- schon lange kein Markenzeichen der „Ökos“ mehr, sondern Alltagsanblick in deutschen Küchen. „15 Prozent der deutschen Verbraucher greifen mindestens einmal die Woche zum Bioprodukt- 30 bis 40 Prozent immerhin einmal in 14 Tagen“, erläutert Helmut Hübsch vom Marktforschungsunternehmen GfK.

 

Laut Alexander Gerber, Geschäftsführer vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), hat sich der Biomarkt-Umsatz in den letzten zehn Jahren verdreifacht- auf rund 7 Milliarden Euro im Jahr 2012. Seit 2011 ist der Umsatz damit um gute sechs Prozent gestiegen. Die Fläche für ökologischen Landbau stagnierte hingegen im gleichen Zeitraum. Woran liegt es, dass in Deutschland zwar immer mehr Bio konsumiert, aber auch immer mehr importiert werden muss?

 

“Politik muss verlässlicher werden“

 

Ein Problem sind die steigenden Preise für Ackerland: Viele Biobauern müssen ihre Flächen zum Teil sogar verringern, statt sie zu erweitern. Derweil schläft auch die konventionelle Konkurrenz nicht, was die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Biobauern weiter verschlechtert.

 

Auch sonst haben es Bioproduzenten in Deutschland vielerorts schwer. Gerber: „Die Umstellung auf Bio ist eine Entscheidung fürs Leben- hier ist mehr Verlässlichkeit vonseiten der Politik gefordert.“ Fälle wie der Ausstieg des Landes Brandenburg aus der Umstellungsförderung für Biobetriebe im Jahr 2012 seien da alles andere als hilfreich.

 

Kritik an der EU-Öko-Verordnung

 

Was also tun? Gerber begrüßt es, dass Fördergelder für Landwirte künftig nicht mehr „einfach so“ eingestrichen, sondern an ökologische Auflagen geknüpft werden sollen. Gleichzeitig bedauert er die Verkleinerung des Förderungsbudgets für spezielle Maßnahmen wie etwa die Betriebsumstellung von konventionell auf Bio.

 

Die EU-Öko-Verordnung, die rechtlich verbindliche Standards für die Erzeugung und Herstellung von Bioprodukten festlegt, geht dem BÖLW nicht weit genug: Er fordert stärkere Kontrollen von Importwaren und verbindliche Regelungen für die Junggeflügelaufzucht. Teilbetriebsumstellungen lehnt er ab.

 

Bei der kommenden BioFach, der weltgrößten Bioproduktmesse in Nürnberg, wird der BÖLW mit einem eigenen Stand vertreten sein. Das diesjährige Gastland der Messe ist Rumänien, im Mittelpunkt sollen die gemeinsamen Werte der Biobranche stehen. Einen Rückblick auf die BioFach 2012 gibt es hier. NISO

 

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