Weltbank und die Vertreibung von Ureinwohnern

Foto: Fanny Schertzer/ Wikimedia (CC BY 2.5)

Die Weltbank setzt ihre eigenen Vorgaben zum Schutz von Ureinwohnern in Tansania außer Kraft und das mit Unterstützung der Bundesregierung, dem viertgrößten Anteilseigner der Weltbank. Das berichten NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung in Zusammenarbeit mit dem Journalistennetzwerk ICIJ (International Consortium of Investigative Journalists). Grund für dieses Vorgehen ist wohl die großflächige Bewirtschaftung des Landes in Zusammenarbeit mit Weltkonzernen wie Nestlé und Bayer und das dafür benötigte fruchtbare Ackerland.

 

Für das von der Regierung Tansanias auf 20 Jahre angelegte Großprojekt SAGCOT (Southern Agricultural Growth Corridor of Tanzania) sind nach Berichten lokaler Hirten und Menschenrechtsorganisationen schon vor Projektbeginn mindestens 5000 Ureinwohner vertrieben oder ihrer Lebensgrundlagen beraubt, so der NDR in einer Pressemeldung. Darin heißt es weiter: „Bei Aktionen auch staatlicher tansanischer Kräfte sei es außerdem zu Todesfällen, Vergewaltigungen und anderen Menschenrechtsverletzungen gekommen. Die Landkonflikte wurden in den vergangenen Jahren durch Studien des katholischen Hilfswerks Misereor und der Indigenen-Organisation IWGIA sowie durch ein Gutachten der tansanischen Regierung dokumentiert.“

 

Das Bundesentwicklungsministerium erklärte auf Anfrage von NDR, WDR und SZ, ihr seien Berichte von Vertreibungen nicht bekannt. Andere bezeichnen das Verhalten der Weltbank als einen Weg, Standards auf dem Papier beizubehalten, bei Bedarf aber jederzeit wenn nötig oder ein Staat sich gegen die Anwendung wehrt, einfach außer Kraft setzt. Die Weltbank hat als größte Entwicklungsinstitution im vergangen Jahr Kredite in Höhe von mehr als 60 Milliarden Dollar vergeben. (Quelle: NDR)


red

 

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