Die Zeichen stehen auf Aufbruch

Die schier unerschöpfliche Ressource Sonne- Solarpanel in Spanien Foto: wikimedia cc, Fernando Tómas

Weltweit scheint die Solarbranche im Aufschwung zu sein und auch für Deutschland und seine einstigen Solar- Pioniere gibt es wieder Hoffnung.

Die US- Marktforschungsfirma NPD Solarbuzz geht für das erste Quartal 2014 von einem weltweiten Leistungsanstieg, durch ein Mehr an Solaranlagen, von 9 Gigawatt aus. Das entspricht einer Steigerung von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt sollen rund 50 Gigawatt durch Solaranlagen hinzukommen. Auch die Deutsche Bank rechnet mit 46 Gigawatt an weltweitem Leistungszuwachs. Dies käme einer Gesamtleistung von 40 Atommeilern gleich. Für 2015 werden sogar Werte von 56 Gigawatt erwartet. Insbesondere die USA, China und Japan gehören zu jenen Staaten auf welche dieses erhebliche Wachstum zurück zu führen ist. Durch die stark gestiegene Nachfrage sinken auch die Produktionskosten der Photovoltaik- Anlagen stetig.

Holger Krawinkel von dem Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. (VZBV) ist sich sicher dass davon auch der deutsche Markt profitieren kann und schon bald die Kilowattstunde Solarstrom für 6- 9 Cent bezogen werden kann. Dementsprechend könnten vermehrt Anlagen, die dem Eigenverbrauch dienen und nicht mehr auf die Einspeisevergütung angewiesen sind, errichtet werden, was wiederrum mit einer Attraktivitätssteigerung der Solarenergie verbunden ist.

 

Noch dünnere Solarzellen mit Nanoteilchen

 

Auch die Wissenschaft und Forschung kommt derweilen zu vielversprechenden, neuen Erkenntnissen und Ansätzen wie die Solartechnik sowohl finanziell als auch energetisch noch effizienter werden könne. Prof. Dr. Martina Schmid des Helmholtz Zentrum für Materialien und Energie GmbH, Berlin ist nun gelungen, Nanostrukturen in die Solarzellen einzubauen, die dafür sorgen, dass mehr Licht in die aktive Schicht der Zellen geleitet wird, sodass ihr Wirkungsgrad erhöht werden kann. Die Nanoteilchen können ihre elektromagnetischen Felder miteinander wechselwirken. Es entstehen regelrechte „Hot Spots“ in den Zellen, in denen das Licht besonders stark konzentriert wird und die Energieumwandlung in der gesamten Solarzelle maximiert wird. Die Europäische Physikalische Gesellschaft spricht in ihrem Magazin „Europhysics News“ bei Veröffentlichung dieser Studie von einem Highlight und weist den Weg für gezieltes Design von Solarzellen, die auf eben diesem Wissen aufbauen.

Insgesamt ständen die Zeichen also wirklich auf Aufbruch, hätte Energie- und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) nicht bereits angekündigt, bei neuen Solaranlagen, die Strom für den Eigenverbrauch produzieren, die EEG- Umlage einzuführen. Carsten König vom Bundesverband für Solarwirtschaft findet dies „unbegreiflich und widersinnig“, weil gerade die umweltfreundlichen Unternehmer zur Kasse geboten würden Auch Holger Krawinkel vom VZBV sieht durch Gabriels Pläne die Energiewende ausgebremst und die Zukunft der Umweltbranche aufs Spiel gesetzt, „Diese Pläne kämen einer reinen Strafsteuer gleich“…JK

 

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