E-Schrott-Maffia mit GPS-Sendern entlarvt

Foto: Wikimedia CC/GNU 1.2/Josef Lehmkuhl

Mit den eigenen Waffen geschlagen: Jim Puckett und sein Team von Basel Action Network (BAN) aus Seattle sammelten und fanden Beweise für den Betrug beim Recycling von Elektro-Schrott. Sie trackten 200 Elektro-Geräte und gaben sie an Institutionen, die versprachen, sie ordnungsgemäß zu entsorgen. In Wahrheit landeten die Geräte in Gräben und auf Halden – verstreut auf dem ganzen Planeten.

Der Boom immer neuer Elektro- und elektronischer Geräte hält weiter an. Die Kehrseite: Immer rascher sortieren die Menschen jene Altgeräte aus, die sich nicht mehr wollen oder die kaputt sind. Wohin damit? Nach einem Bericht des Umwelt-Portals Grist.org nimmt der Elektroschrott-Müllberg so schnell zu wie keine andere Abfall-Fraktion auf der Erde.

 

E-Schrott Recycling-Lüge: Entsorgung gefährdet Mensch und Natur

 

Das Problem: In diesem E-Schrott lagern nicht nur Milliarden teure Rohstoffe wie Gold oder Seltene Erden. Sie sind oftmals giftig. Das belastet die Umwelt – und die Menschen, die mit den Rückständen in Berührung kommen.

Glücklicherweise gibt es immer mehr Organisationen, die vollmundig versprechen, das Problem zu lösen. Sie sammeln an Abgabestellen die alten Computer, Küchengeräte, Fernseher, Telefone oder Werkzeug – um sie ordnungsgemäß zu recyceln: die Wertstoffe wieder in den Materialkreislauf, die Gefahrstoffe sicher entsorgen.

 

Mit GPS-Sendern entlarvt: Der Weg des E-Schrotts um den Globus

 

Das jedoch klappt nicht. Was Umweltschützer seit Jahren beklagen, belegen jetzt Puckett und seine Crew aus Seattle (US-Bundesstaat Washington) mit einem einfachen Trick: Sie versteckten in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Massachusett Institute of Technology (MIT) in 200 Geräten jeweils einen GPS-Sender. So konnten sie verfolgen, wo die Geräte tatsächlich landeten und wer sie „recycelte“. Die Fakten sind empörend: Selbst viele gemeinnützige Organisationen, die BAN testete, fielen durch. Sie schickten den E-Schrott um die halbe Welt, wo er am Ende auf Hinterhöfen in Südostasien zerlegt und unsachgemäß entsorgt im Hof und im Graben landete. Haupt-Ziel des Schrott-Tourismus ist demnach der Hafen und das Gebiet von Hongkong.

Auch die Arbeiter, die dabei halfen, taten dies ohne jeglichen vor den freiwerdenden Giften. Mit bloßen Händen und ohne geeignete Kleidung zerlegten sie die Geräte oft in Schuppen oder unter freiem Himmel. Pucketts team verfolgte die Reise des E-Schrotts mit einer Kamera und dokumentierte die Machenschaften der „Entsorger“ (siehe Video).


pit

 

 

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