18.12.2018

Effiziente Computer sind klimafreundlicher

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Software beeinflusst den Energieverbrauch und damit die Klimafreundkichkeit von Rechnern. Das Ökoinstitut und seine Projektpartner Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier und Universität Zürich erarbeitete jetzt im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA) eine Checkliste für effiziente Programme.

„Über den gesamten Lebensweg benötigen Hardwareprodukte relevante Mengen an Energie und seltenen Rohstoffen“, beschreiben die Experten des Ökoinstituts sowie im UBA die Motivation für ihre Forschung. Hersteller von Computer-Hardware bemühten sich daher, ihre Geräte energieeffizienter zu machen. „Der Einfluss von Software auf den Energieverbrauch und auf die mögliche Nutzungsdauer von Hardware wurde hingegen bislang kaum untersucht“, schreiben die Wissenschftler in einer Pressemeldung über ihre Studie.

 

Kriterienkatalog für effiziente Computer-Software des Ökoinstituts

 

Neben der Energieeffizienz analysierten die Forscher den Ressourceneinsatz und die potenzielle Nutzungsdauer der Hardware beim Einsatz unterschiedlicher Software systematisch. Dabei zeigte sich, dass Softwareprodukte mit vergleichbarer Funktionalität Prozessoren, Arbeitsspeicher, Permanentspeicher oder die Internet-Bandbreite unterschiedlich intensiv nutzen. Um zu überprüfen, welche Auswirkungen Software auf die Umwelt hat, stellten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Kriterienkatalog mit insgesamt 25 Kriterien und 76 Indikatoren auf. Zu ihnen gehören unter anderem die Energie- und Hardwareeffizienz, Abwärtskompatibilität, Plattformunabhängigkeit, Offlinefähigkeit und Deinstallierbarkeit sowie die Transparenz der Datenformate und des Quellcodes.

 

 

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Diesen Kriterienkatalog hat das Forschungsteam an insgesamt 11 verschiedenen Softwareprodukten beispielhaft erprobt. Dazu gehörten zwei Textverarbeitungsprogramme, drei Internet-Browser, drei Content Management Systeme und drei Datenbanksysteme. Die Wissenschftler testeten den Energieverbrauch und weitere Messgrößen in jeweils einem Standardnutzungsszenario mit einer definierten Abfolge von Befehlen und Nutzerinteraktionen. Dazu gehören zum Beispiel verschiedene Tastatureingaben, Datenabfragen oder Speichervorgänge, die für die Nutzung des Softwareproduktes typisch sind.

Projektleiter Jens Gröger: „Mit den Ergebnissen ist es jetzt möglich, Softwareprodukte miteinander zu vergleichen und Anforderungen an ressourceneffiziente Software zu stellen. Diese können etwa in einem Anforderungskatalog für ein Umweltzeichen Blauer Engel für energie- und ressourceneffiziente Software zusammengeführt oder von Software-Entwicklern genutzt werden.“


red

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