Kampf gegen Armut Teil der Entwicklungshilfe

Vor der Entwicklungshilfekonferenz im südkoreanischen Busan fordert der Evangelische Entwicklungsdienst (EED), Entwicklung nicht als Wirtschaftswachstum zu verstehen. „Wirtschaftwachstum allein reicht nicht für Armutsbekämpfung“, so EED-Vorstand Claudia Warning. „Die hohen Wachstumszahlen in Afrika, Asien und Lateinamerika in den letzten Jahren haben nicht automatisch zu weniger Armut geführt. Entwicklungspolitik muss sich dieser Herausforderung stellen.“

Der EED sehe mit Sorge, heißt es in einer aktuellen Presseerklärung des Verbands, dass in Busan darüber diskutiert werden solle, mit Entwicklungszusammenarbeit vorrangig kurzfristige, wirtschaftliche Ziele zu erreichen. Der Fokus der Entwicklungshilfe sei dann nicht mehr Armutsbekämpfung, sondern die Förderung des Wirtschaftswachstums.

„China und Indien zeigen uns: Wachstum alleine schafft Armut und Hunger nicht ab. Die neue Mittelschicht und die Oberschicht einer Gesellschaft profitieren, die Armen fallen durch dieses Raster“, so Warning.

Es gehe darum, gut verteiltes Wachstum mit der geringst möglichen Ressourcennutzung zu verbinden.

 

Regierungen der neuen Geberländer Asiens verstärkten diesen Trend nach direkt greifbaren Ergebnissen, schreibt der EED. „Wir fürchten, die Tagung in Südkorea stellt die Idee der Entwicklungshilfe von den Füssen auf den Kopf“, so Claudia Warning. „Bei aller berechtigten Ungeduld über die Langsamkeit von Entwicklungsprozessen darf Entwicklung nicht ausschließlich mit Wirtschaftswachstum gleichgesetzt werden. Und vergessen wir nicht: Es gibt weltweit drei Milliarden Arme und Deutschland hat 2010 nur rund 5,8 Milliarden Euro für Entwicklungshilfe eingesetzt. Das sind knapp 1,90 Euro pro Kopf! Da kann man keine Wunder erwarten.“

Die Deutsche Entwicklungszusammenarbeit sieht Warning in der Pflicht: „Das Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung schöpft aus einem reichen Erfahrungsschatz aus 50 Jahren. Es sollte davor gefeit sein, der Armutsbekämpfung Mittel zu entziehen und die soziale Entwicklung zu vernachlässigen.“ Die Millenniumsentwicklungsziele seien gerade in den ärmsten Ländern längst nicht erreicht.“

Der EED werde sich gemeinsam mit seinen weltweiten Partner in Busan dafür einsetzen, dass Themen wie Armutsbekämpfung und Menschenrechte weiterhin zentraler Bestandteil internationaler Entwicklungszusammenarbeit blieben.

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