06.12.2018

Ethisch Anlegen: Banken nehmen es nicht alle ganz genau

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Mit ethische Anlagekriterien nehmen es viele Banken keineswegs genau: Die Verbraucherzentrale Bremen nahm 14 Banken in Deutschland unter die Lupe. Darunter acht Kreditinstitute mit kirchlichen Wurzeln. Ergebnis: Nur fünf Banken wenden alle untersuchten Ausschlusskriterien an.

Schon bei einer Untersuchung im März 2017 hatten sich die kirchlichen Banken beim Klimaschutz schwer getan. Schreibt jetzt die VZ Bremen in einer Prerssemeldung zu ihrer neuerlichen Untersuchung des Kreditmarkts. „Wir wollten wissen, ob sich dies zwischenzeitlich geändert hat“, erklärt sagt Ulrike Brendel das Motiv für die Umfrage. Die Leiterin des Projekts „Gut fürs Geld, gut fürs Klima“ Verbraucherzentrale weiter: „Immerhin ist der Klimawandel eine große Bedrohung für die Umwelt und unsere Gesellschaft. Leider sehen viele kirchliche Banken hier noch zu wenig Handlungsbedarf.“

 

Positiv: Alle 14 Banken setzen bei Krediten auf Menschenrechte

 

Nur zwei kirchliche Banken hätten die beiden fossilen Energieträger Erdöl und Kohle als Ausschlusskriterium für Investitionen definiert. Allerdings toleriert eine der beiden Banken bei Erdöl einen Schwellenwert von 30 Prozent. Dies bedeute, betonen die Tester, dass die Bank nur Unternehmen deren Erdölgeschäft mehr als 30 Prozent des Umsatzes ausmacht, für Investitionen zum Tabu erklärt. Für zwei kirchliche Institute, so die VZ sei zudem die Atomindustrie kein Ausschlusskriterium.

 

 

Ethisches Banking: Interview mit Daniel Sommer

Für mich ist eine faire Geldanlage die Möglichkeit, das eigene Geld für „faire“ Projekte wirken zu lassen. Ich find’s wichtig, sich zu fragen, was das Geld, das man auf einer Bank sozusagen parkt, bewirkt.

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„Industrielle Tierhaltung ist als Investitionstabu nicht weit verbreitet“, ziehen die Verbraucherschützer ein weiteres Fazit: Nur sechs Banken verzichten grundsätzlich auf Investitionen in diese Branche, darunter finde sich eine kirchliche Bank.

Die gute Nachricht: Alle 14 untersuchten Banken schließen bei ihren Geldgeschäften Unternehmen aus, die Arbeits- und Menschenrechte verletzen oder Kinderarbeit dulden. Die Kreditinstitute garantieren zudem, dass kein Geld in die Waffen- und Rüstungsbranche fließt und sie nicht mit Nahrungsmitteln spekulieren.

Immerhin fünf Banken erfüllen alle von der Verbraucherzentrale Bremen untersuchten acht ethisch-ökologischen Ausschlusskriterien für Eigenanlagen und Kreditvergabe. Das sind die Ethikbank, die GLS Bank, die ProCredit Bank, die Triodos Bank und die Umweltbank.

 

Nachhaltige Banken fördern Soziales, Umwelt und Klimaschutz

 

Bei ethisch-ökologischen Bankgeschäften geht es nicht nur darum, kontroverse Branchen und Unternehmen auszuschließen. Wichtig ist nach Auffassung der Verbraucherschützer auch, dass „besonders ökologische und soziale Geschäftsfelder durch gezielte Investitionen gefördert werden“. Bei vielen untersuchten Banken stehe, so die VZ Bremen, die Kreditvergabe in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Pflege sowie Erneuerbare Energien im Mittelpunkt. Ökologisches Bauen und Energiesparmaßnahmen sind weitere Schwerpunkte des Kreditgeschäfts. Bei den kirchlichen Banken werde zudem in kirchliche und karitative Einrichtungen investiert.


red

 

 

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