EU-Gericht: Spielzeug in Deutschland weiter giftfrei

Foto: Mark Chambers

Spielzeug weiter gut überwacht: Quietsch-Ente und Plastik-Männchen bleiben auch künftig frei von Schwermetallen. „Der Präsident des Gerichts der Europäischen Union beim Europäischen Gerichtshof wies die EU-Kommission an, die deutschen Grenzwerte bis zu einer neuen Entscheidung des Gerichts“ beizubehalten, melden Zeitungen übereinstimmend.

2009 hatte die EU die Grenzwerte für die Belastung von Kinderspielzeug mit Blei, Barium, Antimon, Arsen und Quecksilber gelockert. In Deutschland aber galten – und gelten bis heute – die nationalen, viel strengeren Belastungsgrenzen für diese die Gesundheit gefährdenden Schwermetalle. Die Bundesregierung hatte bei der EU-Kommission eine Ausnahmegenehmigung beantragt – der Schutz der Kinder habe Vorrang, so die Begründung.

„Die bisherigen Bestimmungen hätten eigentlich am 21. Juli auslaufen sollen, doch hat Deutschland dagegen eine Klage in Luxemburg angestrengt“, schreiben die Medien nach einer Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa).

In den EU-Mitgliedstaaten und in der Schweiz gelten dagegen ab Sommer die neuen Grenzwerte. „Weil die neuen Regelungen teilweise den Schutz von Kindern verschlechtern, kommt Kritik unter den Schweizer Kantonschemikern auf“, beklagt sich darüber nun auch die Presse im Alpenstaats. „Die Werte sind zu hoch“, sagt etwa der im Kanton Baselland zuständige Kantonschemiker Paul Wenk. Er ist für die Überwachung auf Spielzeugkontrollen spezialisiert und leitet Untersuchungskampagnen für Spielsachen aus der ganzen Schweiz.

 

Verbraucherschützer beanstanden vermehrt Produkte

 

Die Nachricht passt zu einer zweiten: „In der EU sind im vergangenen Jahr deutlich mehr gefährliche Produkte entdeckt worden als im Vorjahr“, meldet zeitgleich etwa die Tageszeitung Die Welt. Das Verbraucherwarnsystem Rapex schlug bei über 2.200 Konsumprodukten Alarm. Das entsprecht, so der Zeitungsbericht, einem Anstieg von mehr als 20 Prozent im Vergleich zu 2011.

Besonders bedrohlich: Ein Drittel der beanstandeten Produkte sei laut einer Agenturmeldung entweder ein Kleidungsstück – etwa T-Shirts, in denen giftige Chemikalien lagern - oder ein Kinderspielzeug. Auf Rang 3, dieser Hitliste der Gefahrenprodukte in deutschen Regalen liegen Elektrogeräte.

Eindeutig ist auch die Herkunft der meisten beanstandeten Produkte: sie stammen aus China.

Laut dem Bericht von Welt-Online führt EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg „die deutliche Zunahme gelisteter Produkte weniger auf die Anzahl gefährlicher Güter sondern auf die stärkere Überwachung durch die einzelnen Länderbehörden zurück." Die Zeitung zitiert den Brüsseler Kommissar mit den Worten: „Die Ergebnisse für das Jahr 2012 zeugen von einer erhöhten Wachsamkeit, aber wir müssen weiter nach Verbesserungen streben."

 

 

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